• Exekutionen wegen Drogenschmuggels: Australien warnt Indonesien vor geplanten Hinrichtungen

Exekutionen wegen Drogenschmuggels : Australien warnt Indonesien vor geplanten Hinrichtungen

Bereits vor einem Monat hatten die Hinrichtungen von sechs ausländischen Drogendealern in Indonesien für Empörung gesorgt. Nun sollen zwei Australier wegen desselben Vergehens exekutiert werden. Die australische Regierung reagierte am Sonntag scharf und drohte mit wirtschaftlichen Konsequenzen.

Die Australier Andrew Chan und Myuran Sukumaran sitzen in Indonesien wegen Heroin-Schmuggels im Todestrakt. Hier ein Bild vom Oktober 2008.
Die Australier Andrew Chan und Myuran Sukumaran sitzen in Indonesien wegen Heroin-Schmuggels im Todestrakt. Hier ein Bild vom...Foto: AFP

Vor der drohenden Hinrichtung zweier Australier in Indonesien hat die australische Regierung mit diplomatischen Konsequenzen gedroht. Millionen von Australien seien "angewidert" von den geplanten Hinrichtungen, sagte Premierminister Tony Abbott am Sonntag. Sollten die Exekutionen der beiden wegen Drogenschmuggels zum Tode verurteilten Australier wie geplant stattfinden, "werden wir sicherlich Wege finden, unseren Missmut kundzutun".

Die Australier Andrew Chan und Myuran Sukumaran sitzen in Indonesien wegen Heroin-Schmuggels im Todestrakt. Ihre Hinrichtung steht offenbar unmittelbar bevor. Ein Datum wurde zwar nicht genannt, doch hat die indonesische Regierung für Montag Vertreter aller Länder, deren Staatsbürger im Todestrakt sitzen, zu Gesprächen ins Außenministerium geladen.

Die Familien der beiden Todeskandidaten veröffentlichten am Sonntag verzweifelte Gnadenappelle an Indonesiens Präsidenten Joko Widodo. "Ich flehe ihn wieder und wieder an, ihnen zu vergeben und beiden eine zweite Chance zu geben", sagte die Großmutter des 33-jährigen Sukumaran unter Tränen vor Journalisten. Chans Familie erklärte, sie bete für ihn. "Solange es Leben gibt, gibt es Hoffnung. Lasst sie leben."

Zuvor hatte bereits die australische Außenministerin Julie Bishop Indonesien mit wirtschaftlichen Konsequenzen gedroht. Die Australier würden sich künftig gut überlegen, ob sie noch auf Bali Urlaub machen wollten, erklärte sie. Auch einen Abbruch der diplomatischen Beziehungen schloss sie nicht aus.

Vor einem Monat waren in Indonesien trotz internationaler Gnadenappelle sechs wegen Drogendelikten Verurteilte hingerichtet worden. Sie stammten aus den Niederlanden, Brasilien, Vietnam, Malawi, Nigeria und aus Indonesien selbst. Die Exekutionen lösten weltweit Empörung aus. (AFP)

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