Facebook : Zuckerbergs Fanseite gehackt

Hacker haben die Facebook-Fanseite von Mark Zuckerberg geknackt und den Chef des Online-Netzwerkes damit in Verlegenheit gebracht.

Thorsten Scheimann
Opfer eigener Sicherheitslücken. Mark Zuckerberg.
Opfer eigener Sicherheitslücken. Mark Zuckerberg.Foto: dapd

Für den Chef und Gründer des Online-Netzwerks Facebook war es ein unangenehmer Moment. Eine oder mehrere Personen haben am Mittwoch die Facebook-Fanseite Mark Zuckerbergs, der erst kürzlich vom US-Magazin „Time“ zum „Mann des Jahres 2010“ gekürt wurde, gehackt und dort einen Kommentar hinterlassen. In dem fingierten Beitrag rief Zuckerberg die Benutzer dazu auf, selbst Geld in das Unternehmen zu investieren und ein soziales Geschäft daraus zu machen, damit dieses unabhängiger von Banken werde. Bevor Facebook den Kommentar von der Seite löschen konnte, hatten bereits rund 1800 Benutzer durch einen Klick erklärt, dass ihnen die Idee gefällt, mehr als 400 schrieben einen Antwort-Kommentar. Wie genau auf die Seite zugegriffen wurde, ist unklar. Ein Sprecher des Unternehmens sagte lediglich, der Eindringling habe sich einen Software-Fehler zunutze gemacht, durch den auf zahlreichen öffentlichen Seiten Einträge unter falscher Identität möglich gewesen seien. Der Fehler sei aber mittlerweile behoben.

Mit dem fingierten Aufruf will der Urheber möglicherweise auf den zunehmenden Einfluss von großen Investoren auf das soziale Netzwerk aufmerksam machen. Erst Anfang Januar stieg der geschätzte Wert von Facebook auf 50 Milliarden Dollar, nachdem die US-Bank Goldman Sachs 450 Millionen Dollar und die russische Investmentfirma Mail.ru (früher Digital Sky Technologies) weitere 50 Millionen direkt in das Unternehmen einbrachten. Laut Agentur-Informationen sammelt Goldman Sachs derzeit Gelder für einen 1,5 Milliarden Dollar schweren Fonds ein, über den wohlhabende Kunden in Facebook investieren können. Experten gehen davon aus, dass Facebook seinen Börsengang vorbereitet.

Mit der Aktion hat der Hacker, der den Kommentar mit „#hackercup2011“ unterschrieb, aber auch möglicherweise schon im Vorfeld eines von Facebook organisierten Wettbewerbs sein Können unter Beweis gestellt. Das Netzwerk veranstaltet unter dem Titel „Hacker Cup 2011“ einen internationalen Programmierwettbewerb, bei dem die Teilnehmer gegeneinander antreten und komplexe algorithmische Probleme lösen müssen. Facebook selbst bewirbt die Veranstaltung mit dem Satz: „Hacken ist ein wesentlicher Bestandteil der Kultur von Facebook.“

Der Zwischenfall zeigt, dass die Online-Plattform, in der nach Unternehmensangaben mittlerweile über 600 Millionen Menschen vernetzt sind, bisher alles andere als unangreifbar ist. Passwörter und Usernamen können von kundigen Computernutzern leicht abgegriffen werden, wenn sich ein Nutzer etwa in öffentlichen, unverschlüsselten Netzwerken wie in Cafés, Bibliotheken oder Universitäten einloggt. Beim sogenannten „Sidejacking“ können die Daten dabei von Dritten abgegriffen werden.

Unabhängig von dem Vorfall auf Zuckerbergs Seite hat Facebook gerade einen Sicherheitsstandard angekündigt, der so etwas in Zukunft verhindern soll. Künftig wird es möglich sein, dass Nutzer über die gesicherte Verbindung „https“ auf ihre Seite kommen können. Dabei werden die Daten immer auf dem Weg vom Absender zum Empfänger verschlüsselt. Dadurch solle das Risiko von Netz-Piraterie verringert werden. Die neue Sicherheitseinstellung wird nach Unternehmensangaben in den nächsten Wochen verfügbar sein.

Dann kann auch Frankreichs Präsident Sarkozy wieder entspannter surfen. Erst vor ein paar Tagen hatte ein Hacker auf Sarkozys Seite in dessen Namen seinen Rücktritt für 2012 angekündigt.

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