Welt : Fachwerk in Flammen

Großbrand in historischer Altstadt von Quedlinburg

Sabrina Gebauer
Zu retten: Historische Gebäude Foto: dpa
Zu retten: Historische Gebäude Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Ein Großbrand hat in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch historische Fachwerkhäuser in der Unesco-Welterbe-Stadt Quedlinburg zerstört. Die Stadt im Harz ist bekannt für ihren historischen Stadtkern mit 1300 Fachwerkhäusern aus mehr als sechs Jahrhunderten. Sie gilt als ein außergewöhnlich gut erhaltenes Beispiel einer mittelalterlichen Siedlung. In der Nacht zuvor waren bereits im thüringischen Meiningen fünf Gebäude durch ein Feuer beschädigt worden.

Das Feuer in Quedlinburg war am Dienstag gegen 23 Uhr im Dachstuhl eines leerstehenden Fachwerkhauses ausgebrochen. Es griff rasch auf zwei benachbarte Häuser über. Das leerstehende Haus brannte komplett nieder. Die Dachstühle der beiden anderen Häuser wurden zerstört, ein viertes Gebäude sei beschädigt worden, sagte am Mittwoch eine Sprecherin der Stadtverwaltung. Verletzt wurde aber niemand.

Starker Wind behinderte die Löscharbeiten und ließ die Flammen immer wieder auflodern. Mehr als 100 Feuerwehrleute waren stundenlang im Einsatz, um den Brand zu löschen und ein Übergreifen des Feuers auf weitere Gebäude zu verhindern, wie die Polizei am Mittwoch in Halberstadt mitteilte. Erst am Mittwochmorgen war das Feuer gelöscht.

Erst wenige Stunden zuvor waren denkmalgeschützte und frisch renovierte Wohnhäuser in Meiningen niedergebrannt. Drei Verletzte wurden am Mittwoch noch im Krankenhaus behandelt. Die genaue Ursache des Quedlinburger Brandes wurde noch nicht geklärt. In Meiningen ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft wegen schwerer Brandstiftung.

Historische Stadtkerne sind besonders anfällig für Brände. In Quedlinburg beispielsweise hat es bereits in den vergangenen sieben Jahren mindestens drei Mal gebrannt. Zuletzt waren dabei im Juni 2010 drei Fachwerkhäuser abgebrannt, nachdem die Flammen eines brennenden Sperrmüllhaufens auf die Gebäude übergeschlagen waren.

Fehlender Brandschutz und enge Zufahrtswege sind häufig die Ursachen für verheerende Feuer in historischen Altstädten. „Oft fehlen Brandmauern in den historischen Fachwerkhäusern, die aus Holz und Lehm gebaut sind“, sagte Udo Bode vom Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt. Der fehlende Schutz lasse die Flammen schnell auf andere Gebäude übergreifen. Die Höhe der Schäden durch Flammen und Löschwasser stand bislang noch nicht fest. mit dpa

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