Welt : Fast 200 Tote bei Pipeline-Brand in Nigeria

Wolfgang Drechsler

Kapstadt - Bei der Explosion einer Öl- Pipeline in der Nähe der Wirtschaftsmetropole Lagos in Nigeria sind fast 200 Menschen gestorben. Nach Augenzeugenberichten war eine dicke Rauchsäule zu sehen. Am Nachmittag zeichnete sich immer klarer ab, dass es sich bei dem schweren Brand um einen Unfall und nicht um einen Terroranschlag handelte. Zu der Explosion kam es demnach offenbar, als Dorfbewohner in Ilado zu einem Leck an einer Pipeline strömten, um das heraussprudelnde Öl abzuschöpfen.

In Nigeria führen zahllose Ölleitungen kreuz und quer durch das Land. Immer wieder kommt es dabei zu schweren Unglücken, zumeist dann, wenn Dorfbewohner illegal Leitungen anzapfen, um Rohöl für den Eigenbedarf oder zum Weiterverkauf zu stehlen. Das Anzapfen von Öl- oder Benzinpipelines ist in Nigeria seit Jahren ein weit verbreitetes Delikt. Immer mehr Benzindiebe handeln inzwischen in großem Stil mit dem abgezapften Öl und benutzen dafür sogar Tanklastwagen. Die Rohrleitungen selbst werden oft mit den einfachsten Werkzeugen angebohrt.

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