Welt : Filmfestspiele: Blondinen bevorzugt

Italienische Filmkritiker, bei blonden und hoch gewachsenen Frauen leicht entflammbar, sind sich einig. Weiblicher Superstar beim Filmfestival in Venedig ist Nicole Kidman (34). Keine Metapher scheint zu abgegriffen: Eine "Haut wie Porzellan" habe sie, meint etwa der "Corriere della Sera". Sie sei die "Königin von Venedig", versteigt sich ein anderes Blatt.

"Ich liebe Psychothriller", meinte Kidman, die vor zwei Jahren mit "Eyes wide shut" am Lido gefeiert wurde, damals noch mit ihrem Mann Tom Cruise. Der spielt allerdings auch bei "The Others" eine Rolle - wenn auch nur als Ko-Produzent. Weitere Pläne habe sie schon fest im Auge, meint Kidman. Zum Jahresende wolle sie nach Dänemark zu Regisseur Lars von Trier. Näheres über den neuen Film verrät Nicole Kidman nicht; "Dogville" soll er heißen. Zunächst einmal wird die 1,80 Meter große Kidman am Lido als Favoritin für den Preis der besten weiblichen Schauspielerin gehandelt.

Zwei große Blonde, Helen Hunt und Charlize Theron, spielen auch in Woody Allens "The Curse of the Jade Scorpion" (Der Fluch des Jade-Skorpions). Der Film bekam rauschenden Beifall, bei den Publikumsvorführungen am Lido kam es wegen Überfüllung zu Rangeleien. Um Schlimmeres zu vermeiden, ordneten die Veranstalter zusätzliche Vorführungen an. Doch der Streifen läuft, wie üblich bei Woody Allen in Venedig, außer Konkurrenz.

Claudia Schiffer hat sich wieder als Model betätigt. Die Blonde aus Düsseldorf führte bei einer exklusiven Benefiz-Gala am Rande des Filmfestivals in Venedig Schmuck des italienischen Juweliers Bulgari vor. Unter den Gästen waren Elizabeth Taylor (69), Nicole Kidman sowie Helen Hunt und Charlize Theron. Wie die Mailänder Zeitung "Corriere della Sera" berichtete, schlenderte die Deutsche zwischen den Tischen der Gäste und plauderte mit den Stars. Anschließend wurde der Schmuck versteigert - der Erlös kommt der Aids-Hilfe zu Gute.

Gefeiert wurde am Freitagabend in engstem Kreis in einem privaten Palazzo auf der kleinen Insel Giorgio. Dort konnten die Hollywood-Stars, die sich ansonsten beim Filmfestival am Lido eher rar machen, nicht von lästigen Paparazzi gestört werden.

Star des Abends war unbestritten Liz Taylor. Die blond Gefärbte widmet sich jetzt ganz dem Kampf gegen die Immunschwäche. Taylor sagte, Jugendliche mögen keine Präservative, weil sie sich beim Sex nicht so gut anfühlten. "Doch der Tod fühlt sich noch schlechter an."

Nicole Kidman (34), seit kurzem von Ehemann Tom Cruise getrennt, trug zur Gala ein weiß-goldenes Kleid samt Stöckelschuhen. "Endlich kann ich wieder hohe Absätze tragen", soll sie den Berichten zufolge mit Blick auf ihren eher kleinwüchsigen Ex-Gatten gestanden haben.

Die Premiere des Films "Agua e Sal" ("Wasser und Salz") der portugiesischen Regisseurin Teresa Villaverde beim Filmfest von Venedig ist von familiären Problemen überschattet worden. Ihr Ehemann, der amerikanische Regisseur Jon Jost, warf Villaverde öffentlich vor, sie habe die gemeinsame Tochter entführt, die in dem Film zu sehen ist. Er forderte daher, dass der Film in Venedig nicht gezeigt werden dürfe, wo er für einen Goldenen Löwen nominiert ist. Jost scheiterte jedoch mit seiner Forderung. Offenbar aus Angst vor Fragen nach ihrem Privatleben sagte Villaverde am Wochenende in letzter Minute eine Pressekonferenz ab. "Aqua e Sal" beschreibt die Suche einer Frau nach sich selbst, während sie mit dem Ende ihrer Ehe zu kämpfen hat.

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