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Frankreichs kreativer Stern : Designer haben keine Macht

21.08.2012 10:46 UhrVon Chris Meplon
Französische Avantgardistin. Inga Sempé zählt mit ihren originellen Entwürfen von Haushaltsgegenständen und Möbeln zu Frankreichs Topdesignern. Sie arbeitete schon mit Firmen wie Cappellini, Edra, Magis, Baccarat, Pallucco und David Design zusammen.Bild vergrößern
Französische Avantgardistin. Inga Sempé zählt mit ihren originellen Entwürfen von Haushaltsgegenständen und Möbeln zu Frankreichs Topdesignern. Sie arbeitete schon mit Firmen wie... - Foto: Sofia Sanchez und Mauro Mongiello

Inga Sempé ist derzeit Frankreichs innovativste Designerin, die dennoch einen sehr nüchternen Blick auf ihre Branche wirft. Ein Gespräch über Leere, Überfluss und die Mühsahl des Zeichnens.

Die vielgefragte französische Designerin Inga Sempé (Jahrgang 1968) hält nichts von viel Tamtam und Plaudereien. Sie gilt als eine der wichtigsten und innovativsten Designerinnen unserer Zeit, aber sie erklärt vor vollen Sälen ohne Umschweife, dass sich ihr Werk nicht verkauft. In Interviews spricht sie mit bestürzender Offenheit über ihre Rückschläge. Selten begegnet man jemandem, der so entschlossen ist, sich ja nicht besser, erfolgreicher oder sympathischer zu geben als er ist.

Ihr Vater, der französische Illustrator und Zeichner Jean-Jacques Sempé, lieferte mehr als 70 Titelbilder für „The New Yorker“ und wurde weltberühmt mit der „Kleine Nick“.

Auch ihre Mutter, Mette Ivers-Sempé, hat eine gute Reputation als Malerin und Illustratorin. Aber über ihren Einfluss spricht Tochter Inga nicht. Höchstens will sie ihren – in Frankreich – ungewöhnlichen Vornamen erklären. „Inga ist Dänisch. Meine Mutter ist dänischer Herkunft, aber sie ist in Frankreich aufgewachsen. Ich würde sogar sagen, dass sie ganz und gar französisch ist – bis auf ihr Aussehen“, hat sie einmal gesagt.

Sie arbeitete nach ihrem Industriedesign-Studium, das sie 1993 in Paris an der renommierten Ecole Nationale Supérieure de Création Industrielle abschloss, bei Marc Newson und bei Andrée Putman, beide Weltspitze, aber um ihre Reputation macht sie kein großes Aufheben.

In Italien experimentierte sie mit einer Technik, mit der sie große Aufmerksamkeit erregen sollte: plissieren oder falten. Die ersten Unternehmen, die ihre Entwürfe in die Produktion aufnahmen, waren die italienischen Möbelmarken Cappellini und Edra.

Chris Meplon traf die Designerin zum Interview.

Wie waren Ihre ersten Berufsjahre als Designerin?

Ich war eine fürchterlich schlechte Assistentin. Ich hasste es, für jemand anderen arbeiten zu müssen. Aber ich war zu verlegen, um es zu wagen, auf eigenen Beinen zu stehen. Dann habe ich Glück gehabt, um für einen Aufenthalt in der Villa Medici in Rom ausgewählt zu werden. Ich bekam ein Jahr lang ein Stipendium, um das zu tun, was ich wollte. Danach eröffnete ich im Jahr 2000 mein eigenes Büro in Paris.

 Mit Ihren ersten Entwürfen für Cappellini und Edra hatten Sie gleich ein großes Medienecho.

Aber das ist noch keine Garantie, dass man auch ein Einkommen hat.

Warum lieben Sie Ihren Beruf als Designerin?

Na ja, in erster Linie muss man natürlich Objekte lieben, wenn man sie entwerfen will. Wir sind in unserem täglichen Leben von Objekten umringt. Es scheint mir also nicht absurd zu sein, um mich wirklich für Objekte zu interessieren. Auch wenn das viele Menschen offensichtlich als absurd ansehen. Ich liebe es, um für Objekte eine andere Verwendung zu finden, sie neu zu interpretieren, anzupassen, zu verbessern. Ich mag die Vielfalt des Jobs. Zusammenarbeiten mit ganz unterschiedlichen Unternehmen, die ganz unterschiedliche Aufträge formulieren, mit verschiedenen Menschen, Techniken, Maßstäben, Materialen arbeiten, immer etwas anderes.

 

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