Welt : Gefängnisrevolte: Fledermaus-Mann

Jorge ist ein "Fledermaus-Mann". Der 22-Jährige schläft mit dem Kopf nach unten - wie Tausende Häftlinge in Carandiru, dem größten Zuchthaus Lateinamerikas. Mit den Füßen bindet er sich an den Gitterstäben der Zelle fest. "Es ist bequemer, als stehend oder über den anderen Körpern zu schlafen", versichert er. Nicht nur in Carandiru in Sao Paulo herrscht gewaltiger Platzmangel. Die Gefängnisse Brasiliens wurden für insgesamt 100 000 Häftlinge gebaut, haben inzwischen aber weit mehr als 200 000 Insassen. "In den Gefängnissen Brasiliens herrscht noch Mittelalter", meint der Menschenrechtler James Cavallaro. Unvorstellbare Verletzungen der Menschenrechte seien an der Tagesordnung, Schmutz und Promiskuität gehörten zum Alltag. "Und der Staat tut nichts", klagt der Amerikaner mit langjähriger Brasilien-Erfahrung. Während die Revolten mit Todesopfern sowie die Massenausbrüche immer häufiger werden, kürzt die Regierung in Brasilia sogar die Mittel.

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