Welt : Gefahrenquelle Handy: Verursachen Mobiltelefone Augenkrebs?

Eine wissenschaftliche Studie hat erstmals einen statistischen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und der Benutzung von Mobiltelefonen hergestellt. Einer der Autoren der Untersuchung, Andreas Stang von der Universitätsklinik Essen, wies am Montag jedoch zugleich auf die Beschränkungen der Studie hin. Für Hysterie bestehe kein Anlass. Die Wissenschaftler hatten 118 Patienten mit Augenmelanomen, einem Krebs des inneren Auges, untersucht. Die Studie ergab, dass sie verglichen mit einer Gruppe von 475 gesunden Patienten häufiger angaben, Mobiltelefone oder andere Geräte benutzt zu haben, die Radiowellen aussenden.

Welcher Menge von Strahlung die Testpersonen ausgesetzt waren, sei von der Studie nicht erfasst worden, sagte Stang. Zudem sei die untersuchte Gruppe relativ klein, was auch daran liege, dass Augenmelanome extrem selten seien. Sie träten pro Jahr nur in einem von 100 000 Fällen auf. Ein Bronchialkarzinom trete beispielsweise mehr als hundert Mal so häufig auf.

Der Professor für Augenheilkunde am Klinikum der Freien Universität Berlin, Michael Foerster, äußerte Zweifel an der Aussagekraft der Studie. "Das Problem mit der Studie ist, dass nicht gemessen wurde, wie viel Strahlung die untersuchten Personen aufgenommen haben", sagte Foerster. "Ohne eine solche detaillierte energetische Untersuchung sind die Ergebnisse biostatistischer Müll." Ein weiteres Problem sei, dass man in der Großstadt größeren Magnetfeldern ausgesetzt sei, als ein Handy sie erzeuge. Deshalb sei es schwierig, zwischen der Wirkung von Handys und den anderen Magnetfeldern zu unterscheiden. Die Sprecherin des Bundesumweltministeriums Frauke Stamer sagte, ihr Ministerium habe die Studie angefordert und werde sie prüfen.

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