Welt : Geisel schilderte ihre Lage am Telefon

Eine der Geiseln, der 41-jährige Geschäftsführer des Sicherheitsunternehmens, hat wenige Stunden vor der Befreiung in einem Telefonat mit dem Aachener Studio des Westdeutschen Rundfunks (WDR) seine verzweifelte Lage in dem gepanzerten Fahrzeug geschildert. Auszüge

"... das Fahrzeug ist beschädigt, die Leute sind zu Schaden gekommen. Und es war schon heftig. Es war sehr heftig. Ich weiß nicht, ob man sich das so mal vorstellen kann, wenn man da so ungefähr nur drei, vier Meter daneben steht und es explodiert eine Handgranate. Es war auch keine Übungshandgranate, es war also schon eine echte Handgranate.Die ... stehen unter Schock. ... Drei Schussverletzungen. Ich fange oben an: Schulter, Achseln, Bein, Oberschenkel und Fuß, wobei die letzten beiden nicht so schlimm sind, aber die erstgenannte Verletzung ist doch sehr massiv.

Bewusst hier im Auto wurde gezielt auf den Mann geschossen. Das heißt, ich sitze am Towersitz, die Frau ... sitzt neben mir und die anderen beiden sitzen hinten. Und der Mann hat also schon bewusst und gezielt auf den Mann geschossen.Ich habe die Handgranate hinter mir im Rücken hängen. Und sobald er den Stift rauszieht oder die Hand fallen lässt, dann detoniert diese Warngranate. Und diesen Zustand haben wir jetzt schon seit x- Stunden und Tagen. Und wie gesagt, es wird immer schlimmer. Der Mann ist kaum noch zu motivieren, wach zu bleiben. Er nickt ab und zu immer noch ein. Und die Gefahr liegt darin: Wenn sie einschlafen, dann haben sie auch ihre Muskeln nicht mehr unter Kontrolle, und dann löst sich auch die Hand, und dann fällt die Granate auf den Boden. Und ich kann dann nichts mehr machen. Schnell kriege ich die Granate hier nicht aus dem Auto. Erstens mal, weil die Stromzufuhr versagt, das heißt, die Türen können nicht mehr geöffnet werden. Die einzige Tür, die noch zu öffnen ist, das ist die Fahrertür hier. Und das wars. Und bevor ich die hier raushebe, ist es schon zu spät. Da brauchen sie nur zwei Sekunden und dann knallt es schon."

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