• Gerichtsverhandlung: Staatsanwalt fordert 10 Jahre Haft für "unfassbaren" Mord

Gerichtsverhandlung : Staatsanwalt fordert 10 Jahre Haft für "unfassbaren" Mord

Eigentlich habe der Hauptangeklagte alle sieben Ex-Freunde seiner Freundin im Visier gehabt. Aber "nur" den ersten von der Liste soll er auch getötet, zerstückelt und einzementiert haben. Heute wurden die Plädoyers in Stuttgart gehalten.

StuttgartIm Prozess um den Mord an einem 19-jährigen Schüler aus dem schwäbischen Kernen hat die Staatsanwaltschaft sowohl für den Hauptangeklagten als auch für zwei Mitangeklagte die höchstmögliche Jugendstrafe von zehn Jahren wegen Mordes gefordert. Für den vierten Angeklagten verlangte der Anklagevertreter vor dem Landgericht Stuttgart eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten wegen versuchter Strafvereitelung. Das Verbrechen bezeichnete er als "unfassbar". Der arg- und wehrlose Schüler sei im Rahmen einer präzisen Mordplanung "zur Schlachtbank" geführt worden.

Der laut einem Gutachten vermindert schuldfähige 19-jährige Hauptangeklagte hatte zugegeben, den Schüler gemeinsam mit einem 18-jährigen Freund im August 2007 mit einem Baseballschläger zu Tode geprügelt zu haben. Nach Darstellung des Staatsanwalts hatte seine 17-jährige Freundin das Opfer hierfür gezielt auf eine Wiese gelockt. Gemeinsam mit einem vierten Angeklagten sollen die Beschuldigten die Leiche anschließend zerstückelt, in Blumenkübeln einzementiert und im Neckar versenkt haben.

Rache als Motiv

Der Staatsanwalt begründete seine Forderungen damit, dass es ein schlimmeres Verbrechen nicht geben könne. Anders als in der Anklage ging er bei dem Hauptangeklagten in seinem Plädoyer nicht mehr von krankhafter Eifersucht als Motiv aus, sondern von Rache. Er habe den Schüler, der einen losen Kontakt zu seiner Freundin hatte, schlichtweg ausschalten wollen.

Eine zentrale Rolle schrieb der Staatsanwalt aber auch der Freundin zu. Diese hätte die Tat verhindern können. Sie sei jedoch Mittäterin, "weil sie diese perfide Situation der Heimtücke herbeigeführt hat". Die 17-Jährige hatte ihrem Freund sieben angebliche Ex-Liebhaber genannt, den Schüler aus Kernen an erster Stelle. Der Hauptangeklagte soll ursprünglich geplant haben, alle zu verprügeln oder gleich zu töten. (mpr/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben