• Germanwings-Absturz in Frankreich: Untersuchungsrichter übernehmen Ermittlungen

Germanwings-Absturz in Frankreich : Untersuchungsrichter übernehmen Ermittlungen

Nach dem Germanwings-Absturz geht es jetzt auch um die Verantwortung der Lufthansa. Untersuchungsrichter übernehmen die Ermittlungen.

Erinnerung an die Toten des Absturzes in Frankreich.
Erinnerung an die Toten des Absturzes in Frankreich.Foto: dpa

In Frankreich haben jetzt Untersuchungsrichter die Ermittlungen zum Absturz des Germanwings-Airbus mit 150 Toten übernommen. Die richterliche Ermittlung gegen Unbekannt bezieht sich auf den Vorwurf der fahrlässigen Tötung, wie der Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin, am Donnerstag mitteilte. Er hatte diese Ausweitung der Ermittlungen bereits in der vergangenen Woche angekündigt und indirekt deutlich gemacht, dass dabei auch eine mögliche Verantwortung des Germanwings-Mutterhauses Lufthansa an der Katastrophe untersucht werden soll.

Der Staatsanwalt hatte die Frage nach der Überwachung der Gesundheit des Copiloten Andreas Lubitz gestellt, der das Flugzeug nach den Erkenntnissen der Ermittler am 24. März absichtlich in den französischen Alpen zerschellen ließ. Der Copilot hatte bereits früher wegen einer Depression seine Ausbildung unterbrechen müssen, suchte in den fünf Jahren vor der Katastrophe insgesamt 41 Ärzte auf und hatte Robin zufolge zuletzt eine "Psychose", wobei er Angst hatte, zu erblinden. Nun sollen die Untersuchungsrichter nach seinen Angaben die Frage beantworten, "wie das Arztgeheimnis und die Sicherheit von Flügen" gewährleistet werden können, "wenn man einen labilen Piloten hat".

Der Germanwings-Muttergesellschaft Lufthansa war nach dem Unglück vorgehalten worden, den Copiloten womöglich nicht ausreichend medizinisch überprüft zu haben. So wurde die Frage gestellt, warum Lufthansa-Mediziner den Copiloten während seiner Ausbildung 2009 für flugtauglich erklärt hätten, obwohl bekannt gewesen sei, dass er weiterhin psychologisch behandelt werden müsse.

Die Maschine der Lufthansa-Tochter war am 24. März auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen zerschellt. Alle 150 Insassen kamen ums Leben, darunter 72 Deutsche. Den Ermittlungen zufolge hatte der Copilot den Airbus - offenbar in Suizid-Absicht - absichtlich in den Sinkflug gebracht. Den Flugkapitän hatte er zuvor aus dem Cockpit ausgesperrt. AFP

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