Gesundheit : 10. Wissenschaftswoche am Franklin-Klinikum

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Grund dafür, weiter zu forschen, gibt es in der Medizin trotz großer Fortschritte genug: Krebs und Infektionskrankheiten haben ihre Bedrohlichkeit nicht verloren, und während durch höhere Lebenserwartung vermehrt chronische Leiden auftreten, kehren besiegt geglaubte Seuchen wie Tuberkulose zurück, Herausforderungen wie Aids kommen hinzu. Das betonte Rudolf Tauber, Prodekan für Forschung am Fachbereich Humanmedizin der Freien Universität aus Anlass der Wissenschaftswoche.

Mit dieser Einrichtung stellen Fachbereich und Universitätsklinikum Benjamin Franklin, wie Michael Fromm als Vorsitzender der Forschungskommission sagte, nun zum zehnten Mal der interessierten Öffentlichkeit, nicht zuletzt aber auch sich selbst im fachlichen Austausch gegenseitig dar, was in der Forschung geschieht. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Die finanziellen Zuwendungen durch Institutionen außerhalb der Universität, als ein Gradmesser für erfolgreiche Forschung anerkannt, haben seit 1995 um 18,8 Prozent zugenommen, die FU-Medizin hat zudem in zwei von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereichen Sprecherfunktion.

Mit etwa zwei Millionen DM aus den Mitteln des Fachbereichs selbst werden dagegen die vier Forschungsschwerpunkte finanziert. Wie wichtig dort heute fachübergreifende Zusammenarbeit ist, wurde besonders bei der Vorstellung des Schwerpunkts "Entzündliche Erkrankungen" deutlich, über den der Magen-Darm-Spezialist Jörg-Dieter Schulzke berichtete. Die Forschungen über Vorgänge im Immunsystem bei der Vermittlung von Entzündungen, an denen 19 Arbeitsgruppen beteiligt sind, betreffen entzündliche Darmerkrankungen, Gelenkleiden, aber auch Hautkrankheiten wie Akne.

Angesichts dieser regen Forschung ist die leidige Frage der Standortsicherheit für die an der FU tätigen Mediziner bedrückend. Wie Ernst-Otto Riecken, Ärztlicher Direktor des Klinikums, betonte, wirkt sie sich vor allem bei Berufungen anerkannter Wissenschaftler verheerend aus.

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