Alzheimer : Die Welt wird immer vergesslicher

Alzheimer führt zu Invalidität und ist unheilbar. Die Zahl der Erkrankten wird sich bis 2030 auf 65,7 Millionen verdoppeln. Die Forscher schlagen zum Welt-Alzheimer-Tag Alarm.

Die Krankheit Alzheimer ist unheilbar. Sie lässt Hirnzellen absterben und zerstört das Gedächtnis. Weltweit leiden über 35 Millionen Menschen daran, die Zahl der Betroffenen wächst rasant.
Die Krankheit Alzheimer ist unheilbar. Sie lässt Hirnzellen absterben und zerstört das Gedächtnis. Weltweit leiden über 35...Foto: dpa

Die Zahl der Alzheimer-Kranken und verwandter Demenzarten wird sich Experten zufolge in den kommenden zwanzig Jahren von heute 35,6 Millionen auf 65,7 Millionen verdoppeln. Das gab die Internationale Vereinigung der Alzheimer-Krankheit (ADI) am Dienstag anlässlich des Welt-Alzheimer-Tages in London bekannt. Bis zum Jahr 2050 werde sich die Zahl der Kranken sogar auf 115,4 Millionen verdreifachen.

Die Kosten für diese Krankheiten würden deutlich ansteigen. Sie liegen derzeit bei mehr als einem Prozent des Welt-Bruttoinlandsproduktes oder 604 Milliarden Dollar. Das sind 461,8 Milliarden Euro.
Experten des Londoner King's College und des schwedischen Karolinska Instituts forderten verstärkte Anstrengungen zur Bekämpfung der Krankheit. Der finanzielle Aufwand für wissenschaftliche Untersuchungen müsste um das 15fache steigen, um eine ähnliche Finanzierung wie für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erreichen. Im Vergleich zur Krebsforschung müssten die Mittel sogar um das 30fache aufgestockt werden.

Etwa 0,5 Prozent der Weltbevölkerung sind heute von einer Form der Demenz betroffen, wobei Alzheimer die bekannteste Krankheit ist.
Die Krankheit, die das Erinnerungsvermögen und das Verhalten stark beeinträchtigt, ist unheilbar und führt zu Invalidität. Sie ist stark verbunden mit dem Alterungsprozess: Das Risiko, daran zu erkranken, verdoppelt sich den Angaben zufolge alle fünf Jahre ab dem Alter von 65 Jahren.

Der ADI zufolge müssten die Regierungen den Kampf gegen die Alzheimer-Krankheit zu einer Priorität ihrer Gesundheitspolitiken erklären. Bestimmte Länder wie Frankreich, Australien oder England hätten bereits nationale „Alzheimer-Pläne“ aufgelegt. Auch die Weltgesundheitsorganisation, die Industrieländer im Kreis der G8 sowie die G20 müssten sich des Themas annehmen. ADI-Präsident Daisy Acosta mahnte, die Länder seien nur schlecht auf diese „größte soziale und medizinische Krise des 21. Jahrhunderts“ vorbereitet.

In Deutschland sind nach Angaben der Alzheimer Gesellschaft etwa 1,2 Millionen Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen. Da die Anzahl der alten Menschen in den kommenden Jahren weiter wachsen wird, muss demnach damit gerechnet werden, dass die Zahl der Demenzkranken bis zum Jahr 2050 auf über 2,6 Millionen steigen wird, sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt.

(mit AFP)

Viele weitere medizinische Themen, Beratung und Informationen finden Sie auch in unserem Gesundheitsportal: www.gesundheitsberater-berlin.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben