Gesundheit : Arme Kinder berufstätiger Mütter?

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Haben die Kinder vollberufstätiger Mütter schlechtere Bildungschancen als andere? Mit diesem Vorurteil haben sich schon viele junge Frauen herumgeschlagen. Weit gefehlt, meinen die Bildungsforscher. Mit dem umfangreichen Datenmaterial von Pisa im Rücken – immerhin 50 000 Schüler in Deutschland – haben sie auch dieses Phänomen geklärt: Während die Berufstätigkeit der Mütter im Westen keinen nachweisbaren Einfluss auf die Chancen ihrer Kinder hat, ein Gymnasium zu besuchen, wirkt sie in Ostdeutschland sogar förderlich für die Schulkarriere. In MecklenburgVorpommern haben die Kinder vollberufstätiger Frauen eine 3,7-mal größere Chance auf den Gymnasialweg als die Kinder nicht berufstätiger Mütter. In Sachsen-Anhalt ist die Chance 2,7-mal größer, in Sachsen 1,5-mal – und das bei gleicher Lesefähigkeit der Heranwachsenden.

Beim Lesenlernen nützt die Arbeit der Mütter den Sprösslingen allerdings nichts. Die Forscher vermuten daher, dass sich das Phänomen über den elterlichen Bildungsabschluss erklärt. Insgesamt geben sie Entwarnung und Balsam auf die Seele vieler Mütter: „Das bedeutet aber auch, dass die Ausgangsthese von der mütterlichen Berufstätigkeit als Risikofaktor für die Entwicklung der Heranwachsenden in unseren Daten keine Entsprechung findet.“

Für Familien noch interessant: Einzelkinder haben deutlich bessere Bildungschancen als Kinder mit drei und mehr Geschwistern. Bei zwei Geschwisterkindern haben die Forscher keine Auswirkungen festgestellt. rt

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