Gesundheit : Aus dem Häuschen

Berlins Unis wehren sich gegen die gemeinsame Verwaltung ihrer Gebäude

Anja Kühne

Der Berliner Senat streitet sich mit den Hochschulen der Stadt um deren Immobilienmanagement. Wissenschaftssenator Thomas Flierl (PDS) will, dass die Gebäude und Grundstücke der Berliner Hochschulen in Zukunft von einer gemeinsamen Einrichtung betreut werden. Das neue Verfahren soll mit in die Hochschulverträge für die Jahre 2006 bis 2009 aufgenommen werden, über die die Hochschulen mit dem Senat gerade verhandeln. Dieter Lenzen, der Präsident der FU, sprach von einer „Enteignung“ der Hochschulen, Holger Langkutsch, Kanzler der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft, wirft dem Senat „Aktionismus“ vor. Frank Eveslage, Vizepräsident der Humboldt-Universität, sagte: „Alle Hochschulen stehen wie ein Mann gegen die Zentralisierung.“

Flierl argumentiert, mit einer gemeinsamen Verwaltungseinrichtung in ihrer Trägerschaft könnten die Hochschulen Geld sparen, das sie „zu Gunsten ihrer Kernaufgaben“, also in Forschung und Lehre, einsetzen könnten, wie er auf eine Kleine Anfrage der CDU-Abgeordneten Monika Grütters sagte.

An den Hochschulen befürchtet man jedoch, dass eine Zentralisierung des „Hochschul-Liegenschafts-Managements“ die noch junge Autonomie erheblich einschränken könnte. So müsse eine Universität dann in Berufungsverhandlungen erst mit der gemeinsamen Immobilien-Zentrale darüber verhandeln, welches Zimmer der Professor beziehen könne. Um die Abläufe unbürokratisch zu managen, würde deshalb letztlich doch jede Hochschule eine eigene Bauabteilung vorhalten müssen; die zentrale Einrichtung wäre dann nur ein teurer „Wasserkopf“. Außerdem hätten die Hochschulen selbst schon ohne fremde Hilfe Anstrengungen zu einem effizienten Facility-Management unternommen.

HU-Vizepräsident Eveslage kann sich zwar vorstellen, gemeinsam mit den anderen Hochschulen über weitere „Möglichkeiten der Optimierung“ nachzudenken: „Aber das operative Geschäft der Flächenbewirtschaftung werden wir niemals aus der Universität herausgeben.“

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