Gesundheit : Aus für Kava-Kava

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Kava-Kava heißt der Extrakt aus der Wurzel des Rauschpfeffers, der Angst und Unruhe lindern soll. Aber das lange Zeit nicht verschreibungspflichtige Pflanzenheilmittel mit dem exotischen Hintergrund – Eingeborene auf Polynesien trinken den Extrakt vor religiösen Zeremonien – ist nun verboten worden. Der Grund: schwere Leberschäden und ein nicht ausreichend bewiesener Nutzen.

Kava-Präparate enthalten ein Gemisch verschiedener Stoffe. Als wirksame Bestandteile gelten die Kavapyrone, besonders die „Leitsubstanz“ Kavain. Die Entscheidung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte war schon seit längerem erwartet worden. Dem Institut lagen allein aus Deutschland mehr als 40 Berichte über großenteils schwere Leberschäden im Zusammenhang mit der Einnahme von Kava-Präparaten vor. In sechs Fällen kam es zu so schweren Leberschäden, dass eine Transplantation erforderlich wurde, drei Patienten starben an den Folgen des Leberschadens. Auf der anderen Seite ist nach Ansicht des Arzneiinstituts der Nutzen der Präparate nicht eindeutig belegt. Die von den Herstellern vorgelegten Studien würden zwar ab einer Tagesdosis von 120 Milligramm Kavain Anhaltspunkte für eine mögliche Wirksamkeit liefern, doch entsprächen die Untersuchungen „keineswegs den heutigen Anforderungen“. Fazit: Das vor allem bei höheren Dosierungen ab 120 Milligramm Kavain gegebene Leberrisiko werde nicht durch einen möglichen Nutzen aufgewogen.

Die Arznei-Experten weisen darauf hin, dass für Angst- und Spannungszustände andere Arzneimittel und Maßnahmen existieren, bei denen das Verhältnis zwischen Nutzen und Risiken „deutlich günstiger“ ist. Nach dem Absetzen von Kava-Kava seien aber keine Schäden mehr zu erwarten.wez

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www.bfarm.de

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