Gesundheit : Bettnässen durch Atemprobleme Schnarchen als möglicher Auslöser

Peter Spork

Eltern, deren Kinder regelmäßig bettnässen, sollten probeweise mal den Atem ihres schlafenden Kindes belauschen. Das nächtliche Urinieren hängt nämlich vielleicht damit zusammen, dass Kinder nachts schnarchen oder kurze Atemaussetzer haben. Diese überraschende Idee äußern Experten in einem Bericht des Wissenschaftsmagazins „New Scientist“.

Auf den Verdacht, dass Atemschwierigkeiten während des Schlafs häufiges Bettnässen auslösen können, kamen die Forscher durch Beobachtungen an mehr als 300 bettnässenden Kindern, denen wegen ihrer Atemaussetzer geschwollene Mandeln operiert worden waren. Ein Viertel der Kinder habe danach sofort aufgehört, in das Bett zu machen, sagt Dudley Weider vom Dartmouth-Hitchcock Medical Center in Hanover, USA. Die Hälfte habe das Problem binnen sechs Monaten überwunden und nur ein Viertel sei gar nicht kuriert worden.

Derek Mahony, Kieferorthopäde aus Sidney, Australien, möchte das Problem mit einer speziellen Zahnspange beheben, die verhindert, dass die Zunge der Kinder nachts in den Rachen zurückrutscht und so die Atemwege für mehrere Sekunden verschließt. Acht von zehn bettnässenden Kindern hätten einen sehr engen Rachen, weil das Gaumendach zu niedrig liege, sagt Mahony. Kleine Studien in Schweden und Großbritannien hätten gezeigt, dass die Zahnspangen in vielen Fällen nachhaltig für trockene Laken sorgen.

Dass auch manche Erwachsene, die am Schlafapnoe-Syndrom leiden, gelegentlich bettnässen, passt ins Bild. Doch fehlt es den Forschern noch an einer schlüssigen Erklärung für das Phänomen. Eine These lautet, der abnehmende Sauerstoffgehalt im Blut, der eine Folge des Extremschnarchens sei, beeinflusse den Spiegel von Hormonen, die die Urinproduktion ankurbeln.

Heftig schnarchende und an Atemaussetzern leidende Kinder dürften indes auch in anderer Hinsicht von einer Therapie ihres Leidens profitieren: Mehrere Studien aus den letzten Jahren haben gezeigt, dass sie sich schlechter als andere konzentrieren können, dass sie häufig Kopfschmerzen haben und zu Hyperaktivität neigen.

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