Gesundheit : Bildung: Sprachtraining für alle

U.S.

Kinder, die aus Ausländerfamilien stammen oder aus deutschen Familien mit problematischem sozialen Hintergrund sollen in den Kindergärten und Schulen wirksam gefördert werden. Das hat die Kultusministerkonferenz in Bonn beschlossen. Die Kultusminister reagieren damit auf die für Deutschland so negativen Ergebnisse der internationalen Schulvergleichsstudie Pisa.

Diese hatte gezeigt, dass Deutschland in Lesekompetenz, Mathematik und Naturwissenschaften unter den führenden Industrienationen unterdurchschnittliche Leistungen zeigt. Deutschland kam unter 32 Ländern auf den 21. Platz. Besonders im unteren sozialen Bereich und bei Kindern aus Ausländerfamilien sind die Defizite im Leseverständnis groß. Um Versäumnisse in den Familien auszugleichen, soll die Sprachkompetenz bereits im vorschulischen Bereich verbessert werden.

Beim Kindergarten wird angesetzt: Kindergarten und Grundschule sollen so verzahnt werden, dass es zu einer frühzeitigen Einschulung kommt und nicht erst - wie heute üblich - mit durchschnittlich sieben Jahren. In den Grundschulen soll sich die Reform darauf konzentrieren, durchgängig die Lesekompetenz und das Verständnis mathematischer und naturwissenschaftlicher Zusammenhänge zu verbessern.

Damit die Qualität dessen, was in den Schulen wirklich gelernt wird, nicht nur vermutet, sondern überprüft wird, soll es regelmäßig eine an Ergebnissen orientierte Evaluation geben. Tests werden damit keine einmalige Angelegenheit. Außerdem sollen verbindliche Standards vorgegeben werden. Im Übrigen setzen die Kultusminister bei einer besseren Lehrerbildung an. Lehrer sollen in neuen Methoden des Unterrichts geschult und auch so trainiert werden, dass sie Lese- und Lernschwächen der Schüler möglichst früh erkennen. Die geplanten Verbesserungen beziehen sich nicht nur auf das Studium, sondern auch auf die Weiterbildung bereits im Beruf stehender Lehrer. Außerdem verständigten sich die Kultusminister darauf, die Ganztagsangebote von Schulen auszubauen.

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