Gesundheit : Brennstoffzelle: Ohne Lärm und schädliche Abgase

tdp

Alle warten auf die Eier legende Wollmilchsau. Auch im neuesten Klimabericht der Vereinten Nationen, den Wissenschaftler am Montag in Ghana vorstellten, sind etliche Hoffnungen an sie geknüpft: die Brennstoffzelle. Sie wandelt Wasserstoff und Sauerstoff in Strom, Wärme und Wasser um und soll Kraftfahrzeuge, Elektrogeräte und ganze Kraftwerke antreiben. Ohne lärmende Geräusche und schädliche Abgase. Nur Wasserdampf entschwindet.

Die umweltfreundlichen Anwendungen rücken allerdings nur langsam in Sichweite. Das Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag hat kürzlich eine Studie über die Perspektiven der Brennstoffzellen-Technologie vorgestellt. Demnach könnten Brennstoffzellen zunächst herkömmliche Batterien und Akkus aus kleinen, tragbaren Elektrogeräten verdrängen. Denn sie sind leicht, haben eine hohe Lebensdauer und erlauben vor allem deutlich längere Betriebszeiten ohne Netzanschluss. Dies relativiere die höheren Anschaffungskosten.

Die Pläne der Automobilindustrie liegen bereits auf dem Tisch. In drei bis vier Jahren sollen erste bezahlbare Fahrzeuge mit Brennstoffzellen auf dem Markt sein. Sie sollen weniger Kraftstoff verbrauchen, weniger Abgase emittieren und leiser sein. Die wichtigsten Kraftstoffe hierfür sind - je nach regionalen Gegebenheiten - Methanol oder Wasserstoff, der in einem Gasprozessor etwa aus Erdgas, Biomasse oder Benzin gewonnen werden kann.

Die Schadstoff- und Energiebilanz ist dann besonders gut, wenn sich der Wasserstoff mit Hilfe regenerativ erzeugter Energie herstellen lässt. Allerdings ist die Frage nach dem am besten geeigneten Kraftstoff - und wie ihn der Autofahrer dann bekommen soll - noch nicht entschieden.

Weniger Emissionen erhofft man sich auch vom Einsatz der Brennstoffzelle in Kraftwerken. Sie könnte gleichzeitig Strom und Wärme für Häuser und ganze Siedlungen liefern. Allerdings sei die Brennstoffzelle auch hier von der Schwelle zur Wirtschaftlichkeit noch recht weit entfernt. Bevor gar Pilotanlagen für die industrielle Energieversorgung aufgestellt werden können, sind noch etliche grundsätzliche Probleme zu lösen.

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