Gesundheit : Computer-Inder: Bisher haben sich 800 gemeldet - Minister begrüßt Green Card

rkk

Der indische Wissenschaftsminister Murli Manohir Joshi begrüßte gestern in Berlin die Vereinbarung, dass indische IT-Spezialisten demnächst in Deutschland arbeiten können. Er sieht keine Gefahr, dass durch eine Abwanderung von Arbeitskräften aus Indien ein Mangel auf dem heimischen Arbeitsmarkt entstehden werde. "Wir können unseren und ihren Bedarf decken", erklärte der Minister vor der Presse.

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn und Minister Joshi würdigten die nun schon 25 Jahre währende Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern auf dem Gebiet der Wissenschaft und Technologie. Rund 1500 Projekte führen beide Länder in verschiedenen Wissenschaftsbereichen wie Informationstechnologie, Medizin und Weltraumforschung zur Zeit gemeinsam durch. In den genannten Bereichen wolle man die Kooperation noch weiter ausbauen - das haben beide Minister beim gestrigen Treffen vereinbart.

Außerdem solle zukünftig auch der Austausch von Studenten zwischen beiden Ländern intensiviert werden. Den circa 700 in Deutschland studierenden Indern stehen nur um die 50 deutsche Studenten in Indien gegenüber. Dabei hätten die indischen Universitäten einen hohen Standard, besonders in der Informationstechnologie, bekräftigte Frau Bulmahn.

Wenig Neues brachte der Staatsbesuch in Sachen Green-Card-Debatte. Auf der indischen Seite fällt diese Frage nicht in die Kompetenzen des Wissenschaftsministers, erklärte Frau Bulmahn. 10 000 Green Cards sollen noch in diesem Jahr vergeben werden, genauso viele im nächsten. Sie geht davon aus, dass alle Arbeitsvisa vergeben werden. Zur Zeit wurden schon rund 800 Interessenten aus Indien gezählt, die bereits in Verhandlungen mit ihren potenziellen deutschen Arbeitgebern stehen. Die Bearbeitung der Visumanträge gehe schnell voran, so dass die ersten Arbeitskräfte ihre Tätigkeit aufnehmen können, wenn die Green-Card- Regelung am 1. August in Kraft tritt.

Minister Joshi teilt Frau Bulmahns Auffassung, dass die enge wirtschaftliche Zusammenarbeit zum Nutzen beider Länder ausfallen wird. Sie bekräftigte, dass die indischen Experten nach ihrer Rückkehr in die Heimat auch weiterhin gute Partner für eine spätere, langfristige wirtschaftliche Zusammenarbeit seien.

Nach Angaben des Präsidenten der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, ist die Nachfrage nach Green Cards für ausländische Computer-Spezialisten ungebrochen. Bisher seien knapp 7000 Anfragen von Bewerbern aus aller Welt eingegangen. Unternehmen hätten inzwischen 10 000 freie Computer-Jobs und 1400 Lehrstellen gemeldet. Jeden Monat würden rund 2000 Stellen vermittelt.

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