Gesundheit : Darm zentral für Aids-Therapie

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Während einer Aids-Therapie können sich HI-Viren im Lymphgewebe des Darms vermehren, auch wenn ihre Zahl im Blut sinkt. Für den Erfolg einer Behandlung sei es daher wichtig, die Immunfunktion des Darms zu unterstützen, berichten amerikanische Forscher (Journal of Virology, Band 80, Seite 8236). Als Kontrolle für den Therapieverlauf würde die Untersuchung von Blutproben nicht ausreichen. Zusätzlich sollten Darmbiopsien auf Entzündungen und die Menge an T-Zellen kontrolliert werden.

70 Prozent des Immunsystems befinden sich im lymphatischen Gewebe des Darms, wo sich das HI-Virus vermehrt und die für die Abwehr wichtigen T-Zellen zerstört. „Um den Körper von den Viren zu befreien, ist es wichtig, die Funktion des Lymphgewebes im Darm wiederherzustellen“, sagt Satya Dandekar, Leiterin des Forschungsteams an der University of California in Davis. Hat sich die Infektion erst einmal etabliert, dient der Darm dem Virus als Reservoir und erschwert eine vollständige Eliminierung.

„Wenn es uns gelingt, die Immunantwort des Darms wiederherzustellen, wird der Patient mit größerer Wahrscheinlichkeit das Virus beseitigen“, sagt Thomas Prindiville, ein Mitglied des Forschungsteams. Ohne die Hilfe des Immunsystems könne man keine Infektion bekämpfen. wsa

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