Gesundheit : Das Worldwatch Institute zählt die Gefahren der Entwicklung in seinem neuestem Bericht auf

kek

Seit 1960 hat sich die Weltbevölkerung von drei auf sechs Milliarden verdoppelt. Wenn sie mit dieser Geschwindigkeit weiterwachse, dann sei sowohl eine soziale als auch eine Umweltkatastrophe zu erwarten, stellt das Worldwatch Institute in seinem jüngsten Bericht fest. Dieser wurde unter dem Titel "Wie viel ist zu viel?" am Mittwoch in Berlin von der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung vorgestellt.

In vielen Regionen der Erde drohe das Bevölkerungswachstum die Grenzen der Umweltverträglichkeit zu überschreiten, heißt es in dem Bericht weiter. Bereits heute gäbe es erste Anzeichen einer demographischen Erschöpfung, sagte Lester Brown, Präsident des Worldwatch Institutes. Die Verteilungskämpfe um Arbeit, Nahrung und Wasser würden immer härter und suchten sich als Ventil ethnische und religiöse Konflikte. "Es werden sich frühkapitalistische Verhältnisse auf der Welt ausbreiten", sagte Hans Fleisch von der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung. "In dem Maße, in dem die Aktienkurse steigen, werden die sozialen Standards sinken. Und diese Entwicklung wird auch vor der Festung Europa keinen Halt machen."

Schon jetzt, so Lester Brown, werde zum Beispiel in Indien die doppelte Menge an Wasser gefördert als sie der natürliche Wasserkreislauf zur Verfügung stellt. Als Folge sinke der Grundwasserspiegel in allen Teilen der Erde. Brown erwartet, dass die Süßwassermenge, die im Jahr 1950 noch zur Verfügung stand, bis 2050 um 73 Prozent sinken werde. Die zunehmende Wasserknappheit sei das am stärksten unterschätzte Ressourcenproblem der heutigen Welt.

Eine andere Gefahr drohe durch das völlig überlastete Gesundheitssystem in den Ländern Afrikas. Infektionskrankheiten können nicht mehr ausreichend erkannt und behandelt werden und erhöhen auf diese Weise die Gefahr von weltweiten Epidemien.

Die einzige Lösung dieser globalen Probleme sieht Brown in einer effektiven Familienplanung. Gegen besseres Wissen würden jedoch immer weniger Mittel dafür ausgegeben. Die leichte Verlangsamung des Bevölkerungswachstums in den letzten Jahren, so Brown, sei nämlich nicht nur auf die bestehenden Programme zur Familienplanung zurückzuführen, sondern auch eine Folge der rasanten Ausbreitung von Aids. Vor diesem Hintergrund fiele es ihm schwer, die Bevölkerungspolitik Chinas, jedem Ehepaar nur zwei und in Zukunft ein Kind zu erlauben, zu kritisieren. "Wenn ich vor der Wahl stünde: Afrika oder China, würde ich mich für das chinesische Modell entscheiden."

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben