Gesundheit : Der Absturz der Mir: Schauerlich

tdp

Hagelschauer sind gefährlich. Dann sorgen sich Autofahrer um die glatte Außenhaut ihrer Karossen. Die winzigen Hagelkörner können tiefe Dellen in das Stahlblech schlagen. Was also wird geschehen, wenn Hunderte große und kleine Metallstücke zu Boden fallen, wie es für den Absturz der Mir befürchtet wird?

Der Vergleich mit einem Kugelhagel liegt nahe. Wenn irgendjemand da oben in den Wolken eines Tages ein paar Säcke Projektile auskippen würde, sollte man in Deckung gehen. Denn Gewehrkugeln haben gute Flugeigenschaften. Lässt man sie aus großer Höhe zu Boden fallen, erreichen sie Geschwindigkeiten von einigen hundert Kilometern pro Stunde. Das genügt, um die menschliche Schädeldecke zu durchstoßen. Aus den USA ist ein solcher Todesfall bekannt: Ein Junge wurde von einer Kugel getroffen, die am Nationalfeiertag in die Luft geschossen worden war und dann im Sturzflug wieder herunterkam, wie die Los Angeles Times im Sommer vor zwei Jahren berichtete.

Raumfahrt-Trümmer sind keine Gewehrkugeln. Aber die Überreste der Mir könnten zum Teil deutlich schwerer und damit noch gefährlicher sein. Experten vermuten unter den Bruchstücken, die zur Erde gelangen, unter anderem eine rund 700 Kilogramm schwere Andockstelle der Raumstation. Solch ein Brocken könnte auch Gebäude zerstören. Eine kleine Bombe.

Die russische Weltraumbehörde hat die Absturzbahn der Mir daher in unzähligen Simulation möglichst genau zu ermitteln versucht. Der gewählte Absturzort liegt in einer menschenleeren Region im pazifischen Ozean. Dort würde der gut ausgebackene Schrott wenig Schaden anrichten. Trotzdem haben einige Staaten Vorkehrungen für den Fall getroffen, dass das Absturzmanöver völlig außer Kontrolle gerät. Sollte die Mir wider Erwarten auf deutschem Gebiet abstürzen, "würden die Bürger aufgefordert, umgehend sichere Räume und Keller aufzusuchen", sagte Bundesinnenminister Otto Schily.

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