Gesundheit : Der Ansturm forschender Schüler

Heiko Schwarzburger

Über 4000 Jugendliche aus ganz Europa sind dem Aufruf der Robert-Bosch-Stiftung gefolgt und haben sich zum Wettbewerb "Junge Wege in Europa" gemeldet. Er soll die Zusammenarbeit zwischen Schüler- und Jugendgruppen aus Deutschland und Mittel- beziehungsweise Osteuropa fördern. In 90 Partnerschaften trafen sich die jungen Leute, dabei waren Polen, Tschechien und Ungarn am häufigsten vertreten. "Vor zehn Jahren wäre dies noch völlig undenkbar gewesen", sagte Frantisek "Cerny, Botschafter der Tschechischen Republik in Deutschland bei der Auszeichnung der 15 besten Projekte im Berliner Abgeordnetenhaus. "Diese jungen Leute sind die ersten echten Europäer."

Die Preisträger setzten sich in ihren Projekten mit den unterschiedlichsten Themen auseinander. So spürten Schüler der Gesamtschule im ostfriesischen Wiesmoor und einer Schule in Olawa in Polen dem Schicksal polnischer Zwangsarbeiter während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg nach. Gymnasiasten aus Würzburg, Hradec Kralove (Tschechien) und Lytham in England erforschten gemeinsam die Vor- und Nachteile der Gewinnung von Strom aus alternativen Energieträgern. Schüler des Bischöflichen Gymnasiums St. Michael in Ahlen und vom Brukenthal-Lyzeum im rumänischen Sibiu fanden Unerschiede und Gemeinsamkeiten in der Industrie, Natur und Kultur von Nordrhein-Westfalen und Siebenbürgen. Und junge Leute vom Arbeitsförderungszentrum in Schweinfurth und von der Gesellschaft zur Förderung lokaler Initiativen in Starachowice restaurierten einen Soldatenfriedhof aus dem Ersten Weltkrieg in Polen.

Auch zwei Jugendgruppen aus Berlin und Brandenburg gehörten zu den Glücklichen. Die "Gropies Berlin" und Schüler der Kuusalu Keskkool aus Estland veranstalteten gemeinsame Workshops und bereiteten ein Adventskonzert vor. Eine Klasse der Allgemeinen Förderschule in Oranienburg und Jugendliche aus Heves verglichen die Lebensweise und die Kultur in Ungarn und Deutschland. Ulrich Bopp, Geschäftsführer der Robert-Bosch-Stiftung, dankte den Jugendlichen für ihre sprühenden Ideen. "So etwas ist schon schwierig im eigenen Lande", sagte er. "Wie viel mehr bedarf es der Entdeckungsfreude, Unternehmungslust und Risikobereitschaft der Lehrer und dann auch der Eltern und Schüler, eine solche Projektpartnerschaft zu wagen."

Auf Grund der enormen Nachfrage wird die Stiftung den Wettbewerb auch in diesem Jahr wieder ausschreiben. Anmeldeschluss ist der 1. März 2000. Bewerbungsunterlagen sind erhältlich bei: Robert-Bosch-Stiftung, Beate Bernauer, Heidehofstraße 31, 70184 Stuttgart, Telefon: 0711 / 460 84-49, Fax: 0711 / 460 84-1049, E-Mail: beate.bernauer@bosch-stiftung.de , Internet: www.bosch-stiftung.de

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