Gesundheit : Der Astronom mit dem Thermometer

pja

Warum kocht Wasser in Amerika nicht bei hundert, sondern erst bei 212 Grad? Des Rätsels Lösung sind unterschiedliche Temperaturskalen. Während in Amerika das Grad nach Fahrenheit gemessen wird, gilt hier zu Lande das Grad Celsius. Seinen Namen verdankt es dem schwedischen Astronomen Anders Celsius (1701-1744), dessen Geburtstag sich heute zum 300. Mal jährt.

Celsius hatte um 1740 herum die Idee, die Temperaturen mit einer Skala zu messen, die sich am Gefrier- und am Siedepunkt des Wassers orientiert. Den "Abstand" beider Zustände unterteilte er in hundert Grade - und revolutionierte damit die bis dahin übliche Skala des deutschen Physikers Daniel Fahrenheit (1686-1736).

1730, im Alter von 29 Jahren, wurde Celsius Professor für Astronomie im schwedischen Uppsala, nördlich von Stockholm geboren. Eine fünfjährige Studienreise führte ihn über Berlin und Leipzig bis nach Venedig, Rom und Paris. Auf einer Expedition in Lappland entdeckte Celsius das Polarlicht und untersuchte das Magnetfeld der Erde. Als einer der ersten Astronomen bestimmte er die Helligkeit von Sternen.

Ebenfalls in Lappland experimentierte Celsius mit Quecksilberthermometern unter bestimmten Druckverhältnissen. Er definierte den Siedepunkt mit null und den Gefrierpunkt mit hundert Grad. Diese Rangfolge wurde erst später umgedreht, vermutlich von dem Botaniker Carl von Linné (1707-1778). Aber die "lebenspraktische" Celsius-Skala begann sich durchzusetzen - heute auch zunehmend in England und Australien. Selbst die Fieberthermometer sind auf Celsius abgestimmt - nur in Amerika nicht. Dort wird der Arzt erst gerufen, wenn die Temperaturen auf 104 Grad (Fahrenheit) steigen - bei Celsius wären das 40 Grad.

Doch Celsius blieb nicht nur der Gelehrte mit dem Thermometer. 1740 wurde er der erste Direktor der Sternwarte in Uppsala. Vier Jahre später starb der 43-Jährige an Schwindsucht.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben