DER OP-Kurs : So wird Krebs am Gebärmutterhals operiert

Björn Rosen

Gebärmutterhalskrebs ist einer der häufigsten Tumoren im Genitalbereich der Frau. Die Zahl der Erkrankungen sinkt aber, denn es gibt zuverlässige Vorsorgeuntersuchungen und eine Impfung. Ursache der bösartigen Geschwulst am unteren Ende der Gebärmutter ist meist ein Virus, das durch Sex übertragen wird. Die gute Nachricht: Gebärmutterhalskrebs kann geheilt werden, indem die Gebärmutter entfernt wird – zumindest, wenn man die Erkrankung früh erkennt. Aber: Eine Schwangerschaft ist danach unmöglich. Deshalb entfernt man bei jüngeren Frauen, die sich Kinder wünschen, wenn es geht, nur Teile der Gebärmutter. Das Risiko für eine Fehl- oder Frühgeburt ist dann aber höher als sonst.

„Es gibt zwei wichtige Methoden“, sagt Jens-Uwe Blohmer, Chefarzt am Sankt-Gertrauden-Krankenhaus in Wilmersdorf. „Viele Ärzte entfernen die Gebärmutter durch die Scheide, mithilfe der Schlüsselloch-Chirurgie. Standard ist aber eine offene Operation.“ Ist die Patientin unter Vollnarkose, beginnt der Arzt mit einem Skalpellschnitt von den Schamhaaren bis zum Bauchnabel. Die Gebärmutter muss nun vom umliegenden Gewebe getrennt werden. Da sie mit vielen Organen verbunden ist, dauert die Operation zwei bis vier Stunden.

„Dann werden die Eierstöcke von der Gebärmutter abgelöst“, sagt Blohmer. „Mit einer Klemme, die große Hitze erzeugt. Danach wird durch das so verödete Gewebe ein Schnitt gemacht, ohne dass es blutet.“ Als Nächstes müssen die Mütterbänder durchtrennt werden – feste Strukturen, die die Gebärmutter an der Beckenwand halten. Es folgen die Harnblase, der Enddarm und die „Aufhängebänder“, die ebenfalls eine feste Verbindung mit dem Becken herstellen. Auch die Becken-Lymphknoten müssen entnommen werden, da sie Krebszellen enthalten können.

„Die Operation ist schwierig“, sagt Blohmer. „Der Arzt muss große Acht geben, Harnblase, Blutgefäße oder Nerven nicht zu verletzen.“ Nach dem Eingriff kann die Entleerung der Blase gestört sein. Deshalb wird ein Katheter gelegt, der für einige Stunden oder Tage im Körper bleibt. Je nachdem, wie weit der Krebs fortgeschritten ist, folgt danach zusätzlich eine Strahlentherapie. Björn Rosen

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