Gesundheit : Deutsche Schüler sind „unauffällig“, sagt Pisa II

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„Unauffällig“ nennen die PisaForscher die deutschen Schüler in ihrem Bericht, der heute in Brüssel und Berlin veröffentlicht wird und dem Tagesspiegel vorliegt. In Mathematik, Lesen und den Naturwissenschaften liegen die Deutschen im Mittelbereich. In Mathematik und den Naturwissenschaften verzeichnen die Forscher gegenüber Pisa I einen statistisch signifikanten Zuwachs. Überdurchschnittlich gut sind die deutschen Schüler in dem jetzt erstmals getesteten Bereich „Problemlösen“ .

In Mathematik , das diesmal im Mittelpunkt stand, konnten sich die deutschen 15-Jährigen auf der Liste mit 29 OECD-Staaten gegenüber dem Pisa-Test 2003 vom 20. Platz (490 Punkte) auf den 16. Rang (503 Punkte) arbeiten. Lagen die deutschen Schüler damals leicht unter dem OECD-Schnitt (500 Punkte), befinden sie sich heute im OECD-Mittel. Signifikant darüber kommen sie mit 514 Punkten sogar in einem der vier geprüften mathematischen Teilgebiete, dem Schwerpunkt „Quantität“. Spitzenreiter Finnland erzielt in Mathematik 544 Punkte. 50 Punkte Abstand entsprechen einem Lernzuwachs von anderthalb Schuljahren – etwa in dieser Größenordnung liegen die Finnen noch immer vor dem Schnitt der Deutschen. Die USA rutschten vom 19. auf den 24. Platz unter den Durchschnitt ab (483 Punkte).

In den Naturwissenschaften liegen die deutschen Schüler auf dem 15. Platz (502 Punkte), gegenüber dem 20. Platz bei Pisa 2000 (487 Punkte). Die Spitzengruppe: Finnland, Korea und Japan.

Im Lesen schnitt die jetzt getestete Schülerkohorte aus Deutschland gegenüber der im Jahr 2000 geprüften nicht signifikant besser ab. Jetzt erreichen die Schüler 491 Punkte (Platz 19), damals waren es 484 Punkte (Platz 21). Spitzenreiter im Lesen sind nach wie vor Finnlands Schüler, gefolgt von denen in Korea, Kanada, Australien und Neuseeland.

Warum hat Deutschland diesmal etwas besser abgeschnitten? Die Forscher weisen darauf hin, dass die Schwächen deutscher Schüler in Mathematik und den Naturwissenschaften schon mit der internationalen TIMS-Studie (Third International Mathematics and Science Study) 1997 erkannt wurden. Es habe Bemühungen gegeben, den Unterricht in diesen Fächern weiter zu entwickeln, etwa mit dem Sinus-Programm (siehe auch Tagesspiegel vom 22. November). Generell habe es im Unterricht „einen Wandel der Aufgabenkultur von einer vorwiegend algorithmisch geprägten Fertigkeitsorientierung hin zu eine stärkeren Anwendungsorientierung gegeben“, schreiben die Forscher. Auffällig ist jedoch, dass die stärksten Leistungszuwächse bei den Gymnasiasten zu erkennen sind, und dort bei den schwächeren Schülern. Nicht verbessert hätten sich dagegen die Hauptschüler. Die Pisa-Forscher monieren wie schon bei Pisa I soziale Ungerechtigkeiten im Schulwesen. Herkunft und Geschlecht wirkten sich stark auf die Leistungen aus.

An Pisa 2003 nahmen 41 Staaten teil, 30 davon gehören der OECD an. 250 000 Schülerinnen und Schüler wurden getestet. In Deutschland wurden im Auftrag der Kultusministerkonferenz 216 Schulen und 4660 nach dem Zufallsprinzip gewählte Schüler überprüft. Tsp

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