Gesundheit : Diabetes: Einatmen statt spritzen

Auf mehrere Insulinspritzen pro Tag werden Diabetes-Kranke in Zukunft möglicherweise nicht mehr angewiesen sein. Amerikanische Ärzte um Jay Skyler von der Universität von Miami haben gezeigt, dass zumindest die täglichen Spritzen vor den Mahlzeiten durch eine Inhalation von Insulin ersetzt werden können. Sie belegen dies in einer Untersuchung von 73 Patienten, die die Mediziner nun im britischen Fachblatt "The Lancet" (Band 357, Seite 324) veröffentlicht haben.

Ein Teil der Probanden atmete tagsüber anstelle der bislang üblichen Injektionen das nötige Insulin mit Hilfe eines Inhalators ein. Die anderen erhielten es auf herkömmliche Art über Spritzen. Alle Patienten bekamen darüber hinaus am Abend eine Injektion des Stoffes, der den gestörten Zuckerstoffwechsel reguliert. Nach zwölf Wochen bei ständiger Messung des Blutzuckers und Regulation der angewandten Dosen fanden die Forscher keine Unterschiede im Wohlbefinden und in den Zuckerwerten der beiden Patientengruppen.

Die neue Methode hatte nach Ansicht der Wissenschaftler keinerlei Nebenwirkungen für die Patienten und beeinträchtigte die Lunge nicht. Edwin Gale von der Universität Bristol in Großbritannien bekräftigte in der Fachzeitschrift "The Lancet" die Bedeutung der Ergebnisse. Er hält die Anzahl der untersuchten Patienten aber für noch zu klein, um ein abschließendes Urteil abgeben zu können.

Bereits seit längerem arbeiten Forscher an neuen, weniger belastenden Methoden, das Insulin zu verabreichen. Dabei erscheint die Inhalationsmethode zurzeit am aussichtsreichsten zu sein. Erst im vergangenen Dezember hatte auch das Diabetes-Forschungszentrum der Universität Düsseldorf von guten Erfahrungen mit dieser Methode berichtet.

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