Gesundheit : Die Humboldt-Universität steht in den Startlöchern

Anträge für den Elite-Wettbewerb mit großer Mehrheit verabschiedet

Uwe Schlicht

Mit dem Exzellenzwettbewerb von Bund und Ländern wird es ernst. Bis zum 30. September müssen die Anträge der Universitäten auf Förderung von Forschungsclustern und Graduiertenschulen bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingehen. Schon in dieser Phase wird erwartet, dass die jeweilige Landesregierung gegenüber der DFG die Bereitschaft zur Mitfinanzierung der Projekte erklärt.

Vor diesem Hintergrund hat gestern der Akademische Senat der Humboldt-Universität die Anträge für drei Forschungscluster und sieben Graduiertenschulen mit überwältigender Mehrheit bei nur einer Gegenstimme eines Studentenvertreters beschlossen. Auf der Grundlage der jetzt eingereichten Anträge wird eine gemeinsame Kommission von DFG und Wissenschaftsrat im Januar 2006 einzelne Universitäten zu ausführlichen Begründungen ihrer Projekte auffordern. Anschließend werden die Anträge internationalen Gutachtern vorgelegt.

Überraschend geht die Humboldt-Universität nur mit drei F orschungsclustern in den Wettbewerb. Der vierte Forschungsschwerpunkt, der die Informatik in den Mittelpunkt stellen sollte, wurde aus zwei Gründen vorerst zurückgestellt: Die TU startet mit einem ähnlichen Forschungscluster und hat bereits jetzt den Vorteil, eine entsprechende Vernetzung mit der Wirtschaft vorweisen zu können. Aber die Humboldt-Universität behält sich vor, mit dem Informatikcluster in die zweite Runde des Wettbewerbs zu gehen.

Der erste Forschungscluster widmet sich dem Thema der kreativen Zerstörung. Gemeint sind damit radikale Veränderungen in den Werten, den Symbolen, den sozialen Systemen und in der Art des Regierens. Der zweite Forschungscluster konzentriert sich auf die unterschiedlichsten Herausforderungen in der Umwelt. Hier geht es darum, wie sich die Menschen diesen Herausforderungen anpassen, aus ihnen lernen oder wie Fehlreaktionen zum Beispiel das Immunsystem schwächen. Der dritte Cluster vereint Physiker, Chemiker, Materialforscher und Mediziner unter dem Generalthema „Materialien in neuem Licht“. Hier hoffen die Wissenschaftler auch auf neue Anwendungen in der Wirtschaft. Jeder Cluster würde im Falle der Akzeptanz mit 6,5 Millionen Euro jährlich gefördert.

Schon heute nimmt die Humboldt-Universität in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses mit 16 Gradiertenkollegs eine führende Position in Deutschland ein. Jetzt kommen zur Doktorandenförderung international ausgerichtete Graduiertenschulen hinzu. Die Humboldt-Universität plant eine Graduiertenschule in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, eine zweite auf dem Campus Adlershof für das gesamte Feld der Naturwissenschaften. Die dritte Graduiertenschule widmet sich dem Thema Geist und Gehirn. Die vierte Graduiertenschule dreht sich um das Thema der Geschlechter. Die fünfte Graduiertenschule stellt die Evolution in allen Lebenssystemen in den Mittelpunkt. Die sechste Graduiertenschule soll geisteswissenschaftliche Gebiete interdisziplinär erforschen. Im Zentrum der siebten Graduiertenschule steht die Mathematik.

Während diese sieben Graduiertenschulen um Themen kreisen, möchte sich die Humboldt-Universität für die dritte Säule des Exzellenzwettbewerbs ebenfalls mit der Nachwuchsförderung profilieren. Bei dieser dritten Säule geht es um Zukunftskonzepte für die Spitzenforschung . Geplant ist eine Humboldt Graduate School, in der Nachwuchswissenschaftlern Kurzzeitstipendien angeboten werden, damit sie Anträge für größere Projekte entwickeln können. Außerdem soll exzellenten Juniorprofessoren aus dem In- und Ausland ein Tenure Track geboten werden, um sie auf Dauer an der Humboldt-Universität zu halten. Die Anträge für die dritte Säule entscheiden über den eigentlichen Elitestatus.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben