Gesundheit : „Die Lehrer sind nicht gut vorbereitet“

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In Deutschland ist die Leistungsschere zwischen einheimischen Schülern und solchen mit Migrationshintergrund größer als in allen anderen 16 OECD-Ländern mit hohem Migrantenanteil, wie aus der vertieften Auswertung der Pisa-Studie 2003 hervorgeht (siehe Seite 2). Wir dokumentieren Reaktionen.

POLITIKER

Maria Böhmer (CDU) , Beauftragte der Bundesregierung für Migration, sagte, man müsse „den Blick auf das Elternhaus“ richten. Entscheidend sei es, die Mütter der Kinder zu gewinnen. Zwei Drittel der Teilnehmer an Integrationskursen seien weiblich.

Armin Laschet (CDU) , Integrationsminister in NRW, nannte den Bericht „alarmierend“. Früher habe man gedacht, Integration gelinge durch Arbeit. „In der Wissensgesellschaft wissen wir jetzt: Integration kann nur durch Bildung gelingen. Wir haben wichtige Jahre vertan.“

Für Ulla Burchardt (SPD) , Vorsitzende des Bundestags-Bildungsausschusses, belegt der Bericht „das Versagen des selektiven Schulsystems“. Es sei vor dem Hintergrund der Ergebnisse „irrwitzig“, wenn der Bund im Zuge der Föderalismusreform alle Zuständigkeiten in der Bildungspolitik verliere. Priska Hinz (Grüne) kritisierte, die Länder hätten die Lehrerausbildung nicht verbessert. Seit Jahren sei bekannt, dass Pädagogen nur unzureichend auf das Unterrichten von heterogenen Lerngruppen vorbereitet würden. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) sagte, die Ergebnisse seien „der klare Beweis für das Scheitern von Multikulti bei der sprachlichen Integration“.

OECD

Barbara Ischinger (OECD) meint, dass Deutschland auch deshalb so schlecht abschneidet, weil die Schüler in seinem Schulsystem zu früh aufgeteilt werden: „Je länger, desto besser“, sagte sie bei der Präsentation der Studie.

TÜRKISCHE GEMEINDE

Der Bundesvorsitzende Kenan Kolat forderte, mehr Ganztagsschulen einzuführen. Es müssten Schulen bevorzugt werden, an denen mindestens 20 Prozent der Schüler Migrationshintergrund haben.

LEHRER

Marianne Demmer (GEW) will Kinder länger gemeinsam lernen zu lassen. Ein Integrationsgesamtkonzept dürfe nicht auf Sprachkurse verkürzt werden. Ludwig Eckinger (Verein Bildung und Erziehung) kritisierte, die bisherige vorschulische Sprachförderung sei nur „schleppend“ in Gang gekommen“ und werde „zum Teil mit Ein-Euro-Jobs abgedeckt.“

WIRTSCHAFT

Der Bundes-Arbeitgeberverband (BDA) forderte von Bund und Ländern ein systematisches Sprachförderprogramm für Migrantenkinder. Vorschulische Kurse allein reichten nicht aus, sagte die Bildungsexpertin des BDA, Donate Kluxen-Pyta . akü/tiw

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