Die Übeltäter : So nisten sich Pilze am Fuß ein

Die Welt der Pilze ist vielfältig. Hunderttausende Arten gibt es: Von der einzelligen Backhefe bis zum Champignon, vom lebensgefährlichen bis zum nützlichen Pilz. "Fußpilz" ist allerdings der Name einer Infektion, deren Erreger ganz verschiedene Pilze sein können.

Björn Rosen

 „In über 80 Prozent der Fälle sind aber die sogenannten Fadenpilze verantwortlich“, sagt Wolfgang Harth, Chefarzt an der Vivantes-Klinik für Dermatologie in Spandau.

Diese Parasiten, die unter dem Mikroskop tatsächlich wie Fäden aussehen, nisten sich in die oberen Hautschichten von Mensch und Tier ein. Dort ernähren sie sich vom Keratin – einem Eiweiß – abgestorbener Zellen. „Außerdem mögen sie es feucht und warm, deshalb fühlen sie sich auf der Fußsohle und zwischen den Zehen wohl, besonders zwischen der vierten und der enganliegenden fünften Zehe“, sagt Harth. Deshalb kann man dem Fußpilz auch gut vorbeugen: Indem man atmungsaktive Lederschuhe und Baumwollsocken trägt und nach dem Duschen gründlich die Zehenzwischenräume trocknet. Zu Hause gönnt man den Füßen am besten frische Luft – darauf reagieren die Erreger empfindlich.

Im Hallenbad oder der Sauna kann man sich leicht anstecken: Durch herumliegende tote Hautschuppen von infizierten Füßen, an denen noch Pilzzellen haften. Diese überleben einige Zeit auf dem Fußboden und bleiben leicht an den Füßen eines anderen Menschen hängen. „Dies bedeutet aber nicht automatisch eine Fußpilz-Infektion“, sagt Harth. „Das Immunsystem kann sich oft erfolgreich wehren.“ Ist die Abwehr aber nicht stark genug, machen sich die Fadenpilze langsam auf der Oberfläche der Haut breit. Der Körper reagiert mit Juckreiz und einer Entzündungsreaktion. Gegen den ausgebrochenen Fußpilz helfen nur spezielle Salben. „Sie können das Wachstum des Pilzes hemmen, zum Beispiel indem sie Fehler in dessen ,Bauprogramm’ einbauen“, sagt Dermatologe Harth. Unbehandelt kann die Infektion sogar auf Zehen- und Fingernägel übergreifen.

Etwa ein Drittel der Deutschen erkrankt mindestens einmal im Leben an Fußpilz. Weil die Symptome aber auch bei anderen Krankheiten auftreten, ist es für eine eindeutige Diagnose oft nötig, betroffene Zellen unter dem Mikroskop zu untersuchen. 

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