Gesundheit : Ein Netz der Hoffnung Kliniken organisieren sich

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Jedes Jahr erkanken in Deutschland von insgesamt 13 Millionen Kindern 2000 an Krebs. Kinder, die 15 Jahre oder jünger sind. "Schon im Embryo kann es zur Bildung von Tumoren kommen", sagt Günter Henze, Krebsspezialist am Virchow-Klinikum der Charité in Berlin. "Andere Kinder kommen mit einer Leukämie zur Welt."

Henze ist auch Sprecher eines "Kompetenznetzes" für Kinderkrebs. Zu dem Netzwerk gehören nicht nur Kliniken, sondern auch Forschungslabors und Pharmafirmen: Der Austausch von Ergebnissen soll zu besseren Behandlungsmethoden führen. Das Kompetenznetzwerk wurde vor zwei Jahren von der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie ins Leben gerufen. Am Wochenende trafen sich die Mitglieder im Virchow-Klinikum.

Gerade bei Kindern ist der Kampf gegen Krebs schwierig. Beispielsweise sind viele Medikamente für Kinder gar nicht zugelassen. Und dennoch ist man schon weit gekommen. Den Durchbruch gab es in den 70er und 80er Jahren, "vor allem auch durch den Vergleich verschiedener Therapiestudien", erläutert Ursula Creutzig, Geschäftsführerin des Kompetenznetzes.

Immer mehr Medikamente kamen damals auf den Markt. Zytostatika erwiesen sich als besonders effektiv. Bei Krebs wachsen Zellen unkontrolliert: Sie teilen sich ungehemmt und zerstören gesundes Gewebe. Zytostatika hemmen die Zellteilung.

Inzwischen können drei Viertel aller Kinder mit Krebs geheilt werden. Die Behandlung dauert ein bis zwei Jahre. Das heißt aber, dass immer noch jährlich 500 Kinder an Krebs sterben. Die häufigsten Formen sind Leukämien, Lymphknotenkrebs und Hirntumoren. "Je schneller ein Organ zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Entwicklung des Kindes wächst, um so größer ist auch die Gefahr von Krebs", sagte Heribert Jürgens, Kinderarzt am Uniklinikum Münster. Denn Wachstum bedeutet Zellteilung, und bei dieser Teilung wird die Erbsubstanz DNS kopiert. Dabei kann es zu Fehlern kommen. Manche dieser Kopierfehler haben zur Folge, dass die neu enstandene Zelle sich unkontrolliert vermehrt.

Um die Therapien weiter zu verbessern, setzten die Ärzte unter anderem auf neue Diagnosetechniken, die Krebszellen schon im Anfangsstadium erkennen. Auch die Genforschung bietet Hoffnung. Krebs geht auf Genfehler zurück, und daher sei es entscheidend, die Mechanismen zu studieren, sagte Henze. Zudem stelle die Gentechnik gezielt wirksame Medikamente in Aussicht.

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