Gesundheit : Eine Frau für mehr Service

Die Hochschulrektoren haben eine neue Generalsekretärin

Hermann Horstkotte

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), der Dachverband von mehr als 330 deutschen Universitäten und Fachhochschulen, hat eine neue Doppelspitze. Neben dem Präsidenten Peter Gaehtgens, früher Präsident der FU Berlin, wird mit Christiane Ebel-Gabriel jetzt erstmals eine Frau Generalsekretärin, also Verwaltungsleiterin der Geschäftsstelle in Bonn. Christiane Ebel-Gabriel kommt aus Hannover und war dort seit 1998 in gleicher Funktion bei der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsens, die die Landesregierung berät.

Ebel-Gabriel wird Nachfolgerin von Jürgen Hess, von dem sich das HRK-Präsidium unter dem damaligen Präsidenten Klaus Landfried im Februar zunächst mit einer fristlosen Kündigung und dann im Einvernehmen getrennt hatte. Zu dem Zerwürfnis war es offenbar gekommen, weil der Präsident satzungsgemäß über den Kopf seines Generals in Verwaltungsangelegenheiten hineinregieren kann. Darüber wie die Arbeitsteilung in Zukunft besser funktionieren soll, wollte sich das neue Team bei seinem ersten gemeinsamen Auftritt nicht näher äußern. Nebulös verwies Ebel-Gabriel lediglich darauf, dass gut geführte Organisationen allemal „sich selbst optimierende Systeme“, also stets verbesserungsfähig seien.

Die 46-jährige hat Literaturwissenschaften studiert und  eine Doktorarbeit über Thomas Mann geschrieben. Zum  Deutschen Akademischen Austauschdienst in Bonn und London wechselte sie Anfang der neunziger Jahre. Ihr Vor-Vorgänger in der jetzigen Funktion, der heutige niedersächsische Wissenschaftsstaatssekretär Josef Lange, hebt vor allem Ebel-Gabriels internationale Erfahrung hervor, auf die es im „gemeinsamen Hochschulraum Europa“ immer mehr ankomme.

Wegen dieses Prozesses sieht die neue Generalsekretärin eine wesentliche Aufgabe in mehr „Service“ für die Hochschulen, also in praktischer Beratung. Dazu gehört die Rekrutierung der Studierenden durch Auswahlverfahren. Manche Hochschulleiter hatten in der Vergangenheit über zu viel politische Deklarationen der HRK statt Dienstleistung geklagt. Wenn neben der Arbeit noch Zeit für ein Hobby bleibt, liest die Mutter von vier erwachsenen Kindern gern Schöngeistiges, wie schon zu Beginn ihrer Karriere.

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