Gesundheit : Eine Woche ohne Plan

Studierende der Humboldt-Universität verhindern Sparbeschluss

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Die HumboldtUniversität hat sich am Dienstag nicht auf ihren Sparplan und ihr neues Profil einigen können. Zwar stimmte die Mehrheit der Mitglieder des Akademischen Senats dem detaillierten Stellenplan für die Institute zu. Doch legten die studentischen Mitglieder des Gremiums ein Gruppenveto ein, das aufschiebende Wirkung bis zum nächsten Termin in einer Woche hat. In der Zwischenzeit soll eine Schlichtungskommission vermitteln. Die fünf Studentenvertreter monierten, der zur Abstimmung stehende Stellenplan sei undurchsichtig.

In der Diskussion hatten Studierende und Wissenschaftler besonders die geplante Streichung der Professur für Ur- und Frühgeschichte kritisiert, die an die Freie Universität verlagert werden soll. Der Kulturwissenschaftler Hartmut Böhme sagte, damit erlaube man der FU, auf ihrer „Siegesstraße“ auf dem Gebiet der Archäologie fortzuschreiten und weitere enge Kontakte zu den Museen und deren Sammlungen zu knüpfen. Studierende und Fachvertreter warfen dem Institut für Geschichtswissenschaften vor, die Ur- und Frühgeschichte zu opfern, obwohl diese in Forschung und Lehre sehr gute Ergebnisse liefere. Auch sei es sinnlos, den Lehrstuhl nach Dahlem zu verlagern, wenn demnächst das Charlottenburger Museum für Vor- und Frühgeschichte in unmittelbare Nähe zur Humboldt-Universität auf die Museumsinsel verlagert werde. Überhaupt sei zweifelhaft, ob die FU den Studiengang auf Dauer fortführen werde. Ein Student schlug vor, zu sparen, indem das Präsidium der Uni verkleinert wird. Der Akademische Senat forderte das Präsidum schließlich auf, in den Verhandlungen mit der FU zu prüfen, ob der Studiengang dort langfristig gesichert wäre.

An der HU sollen 73 bis 78 Stellen gestrichen werden, um rund 30 Millionen Euro bis 2009 zu sparen. Einen groben Sparplan hatte der Akademische Senat schon im Februar beschlossen (wir berichteten). Der Gewinner war dabei die Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät, die ursprünglich geschlossen werden sollte. Jetzt wird sie mit 13 Professuren erhalten. Am Dienstag wurde bekannt, dass die Japanologie und Sinologie entgegen den ursprünglichen Plänen nicht zur FU wechseln. akü

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