Gesundheit : Erlebte Geschichte der Charité Nervenklinik-Mitarbeiter in Interviews

-

Die Charité wurde 1710 gegründet, steuert also auf ihren 300. Geburtstag zu und erinnert sich ihrer bewegten Vergangenheit. An einem OralHistory-Projekt des Berliner Universitätskrankenhauses sind hauptsächlich Studierende beteiligt. Sie interviewten ehemalige Mitarbeiter der Psychiatrischen und Nervenklinik – die älteste, eine Fürsorgerin, 101 Jahre – und zeichneten deren erlebte Geschichte auf. Daraus entstand das Buch „Zeitzeugen Charité – Arbeitswelten der Psychiatrischen und Nervenklinik 1940 bis 1999“ und eine kleine Ausstellung im Berliner Medizin-historischen Museum der Charité (bis 12. Juni). Dort kann man Ausschnitte einiger Interviews lesen und hören; Fotos der Gesprächspartner und der Klinik ergänzen diese Eindrücke nur, ebenso Beispiele der noch unbearbeiteten Krankenakten bis 1970, die im Klinikkeller und in einem S-Bahnbogen aufgefunden wurden.

Das Projekt soll, soweit dies finanziell ermöglicht wird, mit anderen Charitékliniken fortgesetzt werden. Die erwähnte schön gestaltete Broschüre wird zwar „Begleitbuch“ genannt, ist aber, wie meist bei historischen Ausstellungen, das eigentlich Wichtige. Sie ist der erste Band einer Schriftenreihe: „Das medizinische Berlin – Historische Beihefte der Charité-Annalen“, herausgegeben von Volker Hess und Thomas Schnalke, erschienen im LIT-Verlag Münster (in der Ausstellung 14 € 90).R. St.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben