Gesundheit : Ethik nicht mehr nur Ersatzfach

KNA

Die von den beiden großen Kirchen in Berlin und Brandenburg geforderte Einführung einer Fächergruppe mit Religionsunterricht und Ethik/Philosophie haben Vertreter der Bündnisgrünen und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt. Der Vorschlag sei "ein Weg in die richtige Richtung zur Reform des Werteunterrichts", erklärten die kirchenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Christa Nickels, und der stellvertretende GEW-Vorsitzende Norbert Hocke in Berlin.

Bei der Fächergruppe seien Ethik und die verschiedenen Formen des konfessionellen Religionsunterrichts gleichberechtigt, heißt es in der Stellungnahme. Ethik sei dann "nicht mehr Ersatzfach und Strafe für die Konfessionslosen". Auch würde ein Rahmen geschaffen für jüdischen oder muslimischen Religionsunterricht.

Das Erzbistum Berlin und die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg haben anlässlich der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 10. Oktober ihre Forderung nach einer Einführung der Fächergruppe mit einem ordentlichen Lehrfach Religionsunterricht bekräftigt. Religionsunterricht ist bislang ein freiwilliges Angebot in alleiniger Verantwortung der Kirchen. Während die Berliner CDU die Forderung der Kirchen unterstützt, sind die Landesverbände von SPD, Bündnisgrünen und PDS bisher gegen eine Änderung des Berliner Modells. Die Kirchen fordern zudem eine Einführung der Fächergruppe anstelle des staatlichen Pflichtfachs Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde in Brandenburg.

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