Gesundheit : Europa als Probe auf die Universitätsidee Präsident Rau bei den Rektoren

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Bundespräsident Johannes Rau hat von den Hochschulrektoren die Mitgestaltung der europäischen Einheit gefordert. Europa werde sich gegenüber den vielfältigen globalen Herausforderungen nur behaupten können, wenn ihnen auch die Hochschulen gewachsen seien, sagte Rau am 2. Mai auf der Jahresversammlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in Bonn. Die Verwirklichung des europäischen Hochschulraums sei „die Nagelprobe für die europäische Universitätsidee“.

Zugleich mahnte der Bundespräsident: „Wer die hochschulpolitischen Reformdebatten ... beobachtet, muss aber gelegentlich den Eindruck gewinnen, als wären unsere Hochschulen nach wie vor eine weitgehend nationale Angelegenheit.“ Als Beispiele nannte er das Ringen um eine veraltete Personalstruktur mit international unbekanten Kategorien; das Pochen auf die Habilitation als Zugangsvoraussetzung zu einer Professur, obwohl diese im nicht deutschsprachigen Ausland völlig unbekannt sei. Auch die Diskussion um die Einführung der gestuften Studienabschlüsse Bachelor und Master hinterlasse den Eindruck, „als sei der Blick nach draußen noch ungewohnt“, heißt es in dem vorab verbreiteten Redetext.

Rau, der selbst viele Jahre Wissenschaftsminister in Nordrhein-Westfalen war, warb für einen „europäischen Hochschulraum“ mit vergleichbaren Bildungsabschlüssen, selbstverständlichen Studienaufenthalten im Ausland und gleicher Qualität von Forschung und Lehre in der Gemeinschaft. Rau: „In einer Zeit, in der der weltweite Wettbewerb um die besten Köpfe längst im Gange ist, wird es immer wichtiger, dass wir nicht nur die eigenen Talente in Europa halten, sondern unsere Hochschulen auch für akademische Hoffnungsträger aus anderen Erdteilen attraktiver machen“. Bei all dies könne aber nur gelingen, wenn die Hochschulen die Freiheit von Forschung und Lehre sowie ihren Bildungsauftrag gegen reine Verwertungsinteressen erhielten. rt

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