Gesundheit : Ferienzeit ist Hausarbeitenzeit

JOSEFINE JANERT

Warteschlangen vor dem PC-Saal der Humboldt-UniversitätVON JOSEFINE JANERT"Zu groß und zu laut!" beurteilt Barbara Nußbaum den PC-Saal des Rechenzentrums an der Humboldt-Universität.Die Geschichtsstudentin kommt regelmäßig in die zweite Etage der Dorotheenstraße 26, um die Textverarbeitungsprogramme zu nutzen und e-mails zu versenden.Gerade jetzt, Ende Februar, ist hier mächtig was los: Viele Studenten müssen ihre Hausarbeiten abliefern.Nachmittags passiert es schon mal, daß sie eine Stunde warten müssen, bis einer der sechzig Computer frei wird. Zwei Betreuer antworten auf Fragen und helfen weiter, wenn einer der beiden Druêker Probleme macht.Barbara Nußbaum meint, daß das viel zu wenig ist.Auch die US-amerikanische Politologiestudentin Kari Geisler findet es "unglaublich, daß die Studenten am Computer alleingelassen werden." Zwar wird ein bis zwei Mal pro Woche ein zweistündiger Kurs über Textverarbeitung angeboten, doch stehen maximal je sechs Plätze zur Verfügung.Anmeldungen dafür werden nicht entgegengenommen - wer zu spät kommt, hat Pech. "Obwohl sich mehr und mehr Studenten einen eigenen Computer leisten können, ist die Zahl der Nutzer nicht zurückgegangen", sagt Holger Liebetrau, der den PC-Saal des Rechenzentrums leitet.Die Ansprüche an die äußere Form der wissenschaftlichen Arbeiten sind gestiegen und nur noch mit dem PC zu befriedigen, der ja die Korrektur von Texten erleichtert und verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten bietet.Computer sind aus dem studentischen Alltag heute nicht mehr wegzudenken.Die Humboldt-Universität trägt dem Rechnung, indem sie ihren Studenten insgesamt 440 PCs und Apple Macintosh sowie achtzig Workstations zur Verfügung stellt.Neben dem PC-Saal des Rechenzentrums, der Studenten aller Berliner Universitäten offensteht, gibt es noch die PC-Pools einzelner Fakultäten. Die Geräte im Rechenzentrum werden nicht nur für Hausarbeiten genutzt, sondern auch, um e-mails zu verschicken und im World Wide Web zu surfen.Via Internet suchen die Studenten nach Praktika und Arbeitsplätzen, informieren sich über Firmenprofile und recherchieren für wissenschaftliche Arbeiten.Holger Engelmann schaut sich per Computer in den Katalogen verschiedener Bibliotheken um.Der Student der Serbistik / Kroatistik ist mit dem Service im PC-Saal zufrieden.Er bemängelt lediglich, daß seine Kommilitonen die beiden Drucker überlasten."Manchmal werden fünfzig Seiten ein zweites Mal ausgedruckt, weil drei kleine Fehler verbessert wurden." Im PC-Pool der Juristischen Fakultät, wo 24 Computer stehen, werden Papier und Toner durch studentische Spenden mitfinanziert.Die Atmosphäre hier ist ruhiger; auch die Voranmeldung für die zum Teil kostenpflichtigen Einführungskurse in Textverarbeitungsprogramme, das Internet und die juristischen Datenbanken ist gut organisiert."Studenten anderer Fakultäten sind in diesem Pool willkommen", sagt Martin Schallbruch, der den PC-Pool leitet.Sie müssen allerdings mit der freundlichen Aufforderung rechnen, ihren Platz zu räumen, sobald ein wartender Jurastudent darauf Anspruch erhebt.Gleiches geschieht mit Kommilitonen, die sich mit einem spannenden Computerspiel die Zeit zwischen den Seminaren vertreiben.Im PC-Saal des Rechenzentrums wird kaum kontrolliert, ob jemand nur spielt oder den Computer für rein private Zwecke nutzt.Dafür fehlen die Kapazitäten.Eine Übersicht über die PC-Pools der Humboldt-Universität bietet der "Computerleitfaden für Studierende", der kostenlos im PC-Saal des Rechenzentrums erhältlich ist.

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