Gesundheit : Fit für Pisa

Göttinger Modellprojekt bringt Grundschulkinder in Bewegung

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Mediziner und Pädagogen schlagen bereits seit längerer Zeit Alarm: Weil Kinder sich viel zu wenig bewegen und viel zu lange vor Computer und Fernsehapparat sitzen, leiden sie bereits im jungen Alter an körperlichen und psychosozialen Beeinträchtigungen. Mit dem Modellprojekt „Fit für Pisa“ will der Göttinger Internist und Präventionsbeauftragte der Ärztekammer Niedersachsen, Thomas Suermann, jetzt gegen diese bedenkliche Entwicklung angehen: Ab dem kommenden Schuljahr bekommen die Eingangsklassen mehrerer Göttinger Grundschulen zusätzliche Sportstunden. Das Besondere an dem Projekt: Der zusätzliche Unterricht wird privat finanziert.

Ziel des auf fünf Jahre angelegten Projekts sei es, die körperliche Fitness der Kinder zu verbessern und den Einfluss des Schulsports auf die kindliche Entwicklung zu untersuchen, sagt Suermann. Deshalb werden die rund 120 Kinder der beteiligten Grundschulen, die nach den Ferien im August eingeschult werden, regelmäßig auf ihren Gesundheitszustand, ihre motorische Entwicklung und ihre Befindlichkeit hin untersucht.

Nicht nur für die körperliche Gesundheit der Schüler sei Bewegung wichtig, sagt Suermann: „Vermehrte Bewegung ist die Voraussetzung dafür, dass Kinder sich besser konzentrieren und lernen können.“ Die am Modellprojekt beteiligten Kinder erhalten ein intensiviertes Programm mit wöchentlich fünf Sportstunden. Um dieses Angebot finanzieren zu können, werben die Initiatoren um weitere Sponsoren und Spenden. Untersuchungen hätten gezeigt, dass Kinder, denen viel Sport angeboten werde, lieber zur Schule gehen, sagt Suermann.

An dem Projekt sind außer der Ärztekammer auch die Kassenärztliche Vereinigung, das Institut für Sportwissenschaft der Universität Göttingen, die Universitätskinderklinik, das Gesundheits sowie das Sport- und Bäderamt der Stadt Göttingen, der Sportärztebund Niedersachsen, der Sportverein ASC Göttingen sowie vier Göttinger Grundschulen beteiligt. pid

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