Gesundheit : Frohen Herzens nach Berlin

Herbert Grüner ist neuer Präsident der FHTW

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Unternehmerisches Denken und Handeln gehören für den neuen Präsidenten der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW) zum persönlichen Credo – und sollen auch seine Amtsführung prägen. Furcht vor mehr Autonomie der Hochschule und damit vor mehr Entscheidungsfreiräumen kennt Herbert Grüner dementsprechend nicht und wünscht sich dafür mitdenkende Mitarbeiter.

„Ich trete meine neue Aufgabe mit frohem Herzen an und lasse mir das auch nicht durch Sparpläne des Senats verderben“, sagte Grüner am Dienstag dem Tagesspiegel voller Optimismus, nachdem er als erste offizielle Amtshandlung die Erstsemester begrüßt hatte. 1400 sind es in diesem Semester an der größten Fachhochschule Ostdeutschlands.

Der Wirtschaftswissenschaftler Grüner ist mit 43 Jahren einer der jüngsten Hochschulpräsidenten in Deutschland. Nach dem Studium der Wirtschaftspädagogik in Erlangen bis 1987 absolvierte er ein Promotionsstudium der Wirtschaftswissenschaften in Sankt Gallen. Vor seinem Wechsel an die Spitze der FHTW lehrte der Ökonom zuletzt 1996 als Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Eberswalde in Brandenburg. In seinem neuen Amt folgt er Helmut Schmidt nach, der als Bürgermeister nach Brandenburg an der Havel wechselte.

Ein Herzensanliegen als Präsident? „Da habe ich gleich mehrere“, sagt Grüner. So will er die Zusammenarbeit an der aus mehreren Hochschulen zusammengeführten FHTW verbessern, etwa um die Inhalte der Studiengänge besser abzustimmen und fächerübergreifend Angebote zu entwickeln.

„Und dazu gehört natürlich auch, dass wir endlich einen zentralen Campus bekommen.“ In Oberschöneweide, wie vom rot-grünen Berliner Senat schon einmal ausgehandelt? Da will sich der Pragmatiker von Amts wegen nicht festlegen. „Wir nehmen die realistische Möglichkeit.“

Die Umstellung der Studienangebote von den traditionellen Diplomstudiengängen auf die international anerkannten Abschlüsse Bachelor und Master gehört ebenfalls zu den Aufgaben der nächsten Zeit. Ob Diplomstudiengänge zugunsten der gestuften Angebote aufgegeben werden sollen, entscheide sich an der Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt. Die sei etwa bei den Wirtschaftsingenieuren und überhaupt im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich gut. Im Bauingenieurswesen beispielsweise dominiere eher das Diplom.

Und wie steht Grüner zu Ausbauplänen für die Fachhochschulen, um die Universitäten zu entlasten? „Das ist sehr interessant. Bei aller Kooperation wird das aber nicht mit den heutigen Mitteln funktionieren.“ Bärbel Schubert

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