Gesundheit : Gesundheitskosten: Teure Medizin, knappe Medizin

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Immer häufiger wird in Deutschland darüber diskutiert, ob den Patienten inzwischen wichtige oder sogar lebensrettende Maßnahmen aus Kostengründen vorenthalten würden. Ärztefunktionäre und Vertreter von Selbsthilfegruppen erheben diesen Vorwurf. Das Stichwort dafür heißt Rationierung.

Schon immer rationiert wurde aus naheliegenden Gründen in der Transplantationsmedizin: 14 000 Menschen warten bei uns auf ein Spenderorgan, aber nur 4000 bekommen eines. Besondere Mängel soll es mittlerweile bei der Versorgung von Schmerzpatienten und Sterbenskranken, aber auch von Parkinson- und Alzheimerkranken, von Schizophrenie-Patienten und von Kranken mit Hepatitis B/C, Multipler Sklerose, Krebs und Aids geben. Und der Kostendruck dürfte noch größer werden, wenn der Beitragssatz für die Gesetzliche Krankenversicherung wie prognostiziert von heute 13,6 Prozent auf 25 Prozent in 25 Jahren steigt.

Fritz Beske vom Institut für Gesundheits-Systemforschung in Kiel hat in seinem Buch "Neubestimmung und Finanzierung des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung" (erschienen im Quintessenz-Verlag, Berlin) eine Reihe von Maßnahmen vorgeschlagen, mit denen sich der Verknappung wichtiger medizinischer Leistungen und dem weiteren Anstieg der Gesundheitskosten vorbeugen ließe.

Beske schlägt vor, den Leistungskatalog der Krankenversicherung deutlich zusammenzustreichen - und zwar dort, wo es nicht um wesentliche medizinische Maßnahmen geht. Die Krankenkassen sollten vorgeschriebene Regelleistungen, kassentypische Satzungsleistungen und vom Versicherten extra zu bezahlende Wahlleistungen anbieten dürfen. Selbstbeteiligungen sollten eingeführt oder erhöht, versicherungsfremde Leistungen abgebaut werden. Beske will so den Beitragssatz auf 11,6 Prozent senken.

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