Gesundheit : Gewicht macht verletzlich

Studie: Mit jedem Kilo wächst die Gefahr bei Autounfällen

Karl Eberius

Alkohol am Steuer ist gefährlich. Auch Müdigkeit und Handy-Gespräche sind bekannte Unfallverursacher. Nun der nächste Risikofaktor: Übergewichtige verletzen sich bei Autounfällen häufiger schwerer als ihre Mitmenschen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von 36206 Kraftfahrzeug-Unglücken in den USA (veröffentlicht in dem Fachblatt „Accident Analysis and Prevention“).

Mit jedem zusätzlichen Kilogramm stieg das Risiko für schwere Verletzungen um 0,8 Prozent, fasst das amerikanische Forscherteam um Charles Mock von der University of Washington in Seattle die Studie zusammen. Auch die Wahrscheinlichkeit, bei einem Autounfall zu sterben, war nach den rückblickenden Berechnungen pro Kilogramm um 1,3 Prozent erhöht. Demnach starben Menschen mit 100 bis 120 Kilogramm Körpergewicht über viermal häufiger an einem Unfall als Personen unter 60 Kilogramm.

Zu den Ursachen für das erhöhte Risiko bei Übergewicht gibt es bislang nur Spekulationen. Vielleicht gurten sich Übergewichtige einfach seltener an, fragte sich das Forscherteam. Doch weder Gurtgebrauch noch Sitzposition, Geschlecht, Alter oder Autoleergewicht erwiesen sich in zusätzlichen Berechnungen als heimliche Ursache.

Stattdessen könnte der generell schlechtere Gesundheitszustand von adipösen Menschen für die heftigeren Verletzungen verantwortlich sein. Aber auch die wuchtigeren Schläge aufgrund der höheren Körpermasse kommen als Verursacher in Frage.

Vielleicht sollte die Autoindustrie zukünftig die Fahrzeuge dem Körpergewicht der Insassen anpassen, so die Überlegung der amerikanischen Forschergruppe. Gerade in den USA dürfte dies nicht uninteressant sein, wo extrem adipöse Menschen keine Seltenheit sind.

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