Gesundheit : Grüne: Neun Jahre gemeinsam zur Schule

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Die Grünen treten für eine radikale Bildungsreform ein. Ein vom Länderrat am Wochenende in Berlin verabschiedetes Konzept sieht eine stärkere Vernetzung der Bildungsinstitutionen, einen strukturellen Umbau der Schulen sowie eine Erneuerung der Lehrerausbildung vor. Außerdem machen sich die Grünen für ein gebührenfreies Erststudium stark. Ziel sei es, dass Deutschland innerhalb von zehn Jahren unter die zehn besten Länder der PisaStudie aufrücke.

Angestrebt wird in dem Grünen-Konzept eine neunjährige gemeinsame Schulzeit für alle Kinder. Kein Jugendlicher soll die Schule ohne Abschluss oder ohne eine qualifizierte Anschlussmöglichkeit verlassen. Die Schulen sollen darüber hinaus stärker an den Fähigkeiten eines jeden einzelnen Kindes ausgerichtet werden. Noten soll es erst in höheren Jahrgängen geben. Grünen-Chef Reinhard Bütikofer sagte, „kein Kind soll zurückgelassen, kein Kind vergessen“ werden.

Ihren Lehr- und Lernbetrieb sollen die Schulen und Hochschulen als „autonome Bildungsstätten“ weitgehend unabhängig von den Kultusbehörden organisieren. Allerdings soll eine regelmäßige Bewertung stattfinden. Den Beamtenstatus von Lehrkräften wollen die Grünen abschaffen, damit die Bildungsstätten allein über ihr Personal entscheiden können. Der pädagogische Anteil in der Ausbildung der Lehrkräfte und Erzieher soll erhöht werden.

Die Grünen streben zur verbesserten Vereinbarkeit von Familie und Beruf zudem mehr Ganztagsschulen und Kindertagesstätten an. Die Studenten sollen anstelle des Bafögs eine elternunabhängige Förderung erhalten. Bütikofer mahnte darüber hinaus mehr Anstrengungen zum „lebenslangen Lernen“ an. Dieses Anliegen dürfe nicht nur in „Sonntagsreden“ proklamiert werden. Zur Finanzierung der Wende auf dem Bildungssektor wollen die Grünen überflüssige Subventionen streichen. ddp

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