Gesundheit : Halbinsel ist auch Korrespondenzprojekt der Expo 2000

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Zuerst denkt man: Na, hier muss noch einiges getan werden, bis zum 1. Juni. Dann aber wird klar, dass die Halbruine der alten Glasfabrik auf der Halbinsel Stralau "naturbelassen" bleiben soll. Nur einige Sicherungsarbeiten sind gerade noch im Gange, damit das Publikum nicht gefährdet wird. Und das Gerüst-Ensemble, das bis zum 31. Oktober vor dem ehemaligen Bürogebäude stehen soll, wird demnächst installiert.

Berlin ist ja Korrespondenz-Region der Expo 2000 in Hannover und zeigt daher insgesamt 30 Projekte vor. Eines davon ist die Wasserstadt Stralau. Die Aufmerksamkeit, die die Gegend während der Expo erfährt, soll auch dazu genutzt werden, das Kunstwort "(Lokale) Agenda 21" für die Bevölkerung transparent zu machen. Unter diesem Stichwort hatte die UNO Rücksicht gegenüber der Natur und ihren Ressourcen angemahnt, auf dass auch spätere Generationen eine intakte Umwelt vorfinden. Der damit verbundene Begriff der "Nachhaltigkeit" bedeutet, dass die Ressourcen nur so stark in Anspruch genommen werden sollen, wie die Natur sie wieder zu regenerieren vermag.

Passend für die Halbinsel ist Wasser das große Thema des Workshops im ehemaligen Fabrikgebäude - Veranstalter sind die Berliner Wasser-Betriebe. Mit dem Workshop soll nicht nur die Öffentlichkeit über die Probleme im Kreislauf des Grundlebensmittels informiert werden, hier ist auch ein reger Erfahrungsaustausch zwischen Wasserwirtschaftlern, Städtebauern und der Politik vorgesehen.

Nur organisatorisch, aber keinesfalls inhaltlich getrennt davon findet auf dem Freigelände und im Bürogebäude die Agenda-Werkstatt statt. Den Auftrag für eine solche Aktion erhielt die Umweltverwaltung im vergangenen September vom Abgeordnetenhaus. Als Projektträger dieser Veranstaltungsreihe wirkt eine Arbeitsgemeinschaft, an der die Beratungs- und Service-Gesellschaft Umwelt (B & SU), die uve Gesellschaft Umwelt, Energie und Verkehr sowie die Firma Nishen Kommunikation beteiligt sind.

Die Themenbreite der Werkstatt ist weit gefächert, da geht es etwa um "Kinder @ Zukunft", um "Energie @ Ressourcen", um "Leben @ Unternehmen" um "Mitwirken @ Vernetzen" sowie um Stadt @ Planet". Das "at"-Zeichen, der "Klammeraffe" des Internets, wurde nicht ohne Hintergedanken als Un-Verknüpfung gewählt. Schließlich soll ja auch die Internet-Generation für die ökologischen und sozialen Gedankengänge interessiert werden, erläutert Ilga Schwidder, Projektbetreuerin bei der B & SU.

An der Präsentation der Informationen sind natürlich nicht nur die "Agenda-Koordinatoren" aus Senats- und Bezirksverwaltungen beteiligt, sondern auch und gerade jene Gruppen, die sich zum Teil aus ihrem Wohnumfeld heraus mit dem Thema befassen, Kiezgruppen also, aber auch Schulen.

Überdies dürfen Firmen hier zeigen, dass nachhaltiges Wirtschaften durchaus möglich ist. Da stehen zum Beispiel die Energiesparaktivitäten der Großbäckerei Märkisches Landbrot im Mittelpunkt, oder auch der sparsame Umgang mit Wasser in einer Lkw-Waschanlage.

Außerdem soll auch der Expo selbst ein kritischer Spiegel vorgehalten werden, berichtet Schwidder. Da ließe sich trefflich über die Frage diskutieren, ob solche Mammut-Veranstaltungen überhaupt nachhaltig zu gestalten sind. Wenn man sieht, wieviel Tropenholz in Hannover verbaut worden ist, um die Naturverbundenheit der Aussteller zu dokumentieren.Einen Veranstaltungskalender für die Stralauer Aktivitäten gibt es vom 15. Mai an, dann sind die Infos auch im Internet.

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