Gesundheit : Heiße Sommer werden häufiger

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Wenn sich die Weltgemeinschaft von Montag an zur Klimakonferenz in Buenos Aires trifft, haben die europäischen Vertreter hoch gesteckte Ziele: Sie möchten erreichen, dass sich die weltweite Erwärmung in Grenzen hält und die Temperatur nicht stärker steigt als um zwei Grad gegenüber vorindustriellen Werten. Dabei kommt ihnen entgegen, dass das Klima vorerst nur langsam auf den Ausstoß von Treibhausgasen reagiert. Doch selbst ein moderater Temperaturanstieg kann bereits zu ausgeprägten Wetterextremen führen.

„Ein so heißer Sommer wie 2003 ist heute noch ein seltenes Ereignis“, sagt Mojib Latif, Klimaforscher am LeibnizInstitut für Meereskunde der Universität Kiel. In 50 Jahren aber könnte das anders sein. Wissenschaftler haben berechnet, dass 2050 jeder zweite Sommer so ausfallen könnte wie der 2003, wenn der Ausstoß der Treibhausgase nicht eingedämmt wird. Schon jetzt hätten die Treibhausgas-Emissionen das Risiko für Hitzewellen wie im vergangenen Jahr in Europa mehr als verdoppelt, berichteten britische Forscher gestern im Fachmagazin „Nature“. Dieses Risiko werde in den kommenden Jahrzehnten zunehmen.

Im Rekordsommer 2003 war die Temperatur in Europa 2,3 Grad höher als gewöhnlich, in Mittel- und Südeuropa aber zum Teil fünf Grad höher. Zwar ist es nicht möglich, diese Hitzewelle direkt auf den Einfluss den Menschen zurückzuführen. „Auch wenn jemand mit einem gezinkten Würfel spielt, können Sie niemals eine Sechs herausnehmen und sagen, dass sie mit dem Zinken zu tun hat“, sagt Latif. Man kann aber die Zahl der Würfe zusammen betrachten und eine statistische Aussage treffen. tdp

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