Gesundheit : Helmholtz drängt zu mehr Freiheit

Uwe Schlicht

„Wir brauchen eine Forschungspolitik aus einem Guss, am besten aus einer Hand.“ Mit diesen Worten kritisierte der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Jürgen Mlynek, die geplante Verlagerung wichtiger Abteilungen wie der Luftfahrt, der Weltraum-, Verkehrs- und Nanoforschung, der Mikrosystemtechnik und der Optik vom Bundesministerium für Forschung und Technologie in das Bundeswirtschaftsministerium.

Dadurch gingen dem Forschungsministerium etwa zwei Milliarden Euro verloren. Die Aufsplitterung von Zuständigkeiten auf zwei Ministerien werde große Schwierigkeiten in der Abstimmung verursachen. Statt einer solchen Zersplitterung wäre es besser gewesen, Wissenschaft, Technologie und Forschung mit der Wirtschaft in einem Ministerium zusammenzuführen.

Die Helmholtz-Gemeinschaft vertritt die Großforschungsinstitute in Deutschland und ist mit einem Jahresetat in Höhe von 2,2 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation in Deutschland. Sie veranstaltet zurzeit ihre Jahrestagung in Berlin.

Jürgen Mlynek begrüßte es andererseits außerordentlich, dass die große Koalition trotz aller Haushaltsnöte künftig Forschung und Innovation finanziell stärken will. Zu dieser Stärkung gehört der dreiprozentige Aufwuchs bei den Forschungsgeldern pro Jahr für die großen Wissenschaftsorganisationen. Außerdem gehört zu dieser Stärkung das Ziel der großen Koalition, europaweit den Anteil für Wissenschaft und Forschung am Bruttoinlandsprodukt auf drei Prozent zu steigern. Das bedeutet konkret, dass der Zuwachs von heute 2,5 Prozent auf drei Prozent bis zum Jahr 2010 zusätzliche Milliardenaufwendungen für die deutsche Forschung bringen wird.

Mlynek forderte von den Politikern, den Wissenschaftsorganisationen flexiblere Rahmenbedingungen einzuräumen. Dazu gehörten der Verzicht auf eine Detailsteuerung durch den Staat, die Öffnung einer Einstellungspraxis und Bezahlung nach Leistung und damit insgesamt mehr Autonomie.

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