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DAAD: Die deutschen Hochschulen sind für ausländische Studierende attraktiv

Florian Oel

Das Image der deutschen Hochschulen ist gut – zumindest im Ausland. Davon zeugt nach Ansicht des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) unter anderem die Zahl der ausländischen Studierenden in Deutschland. Der DAAD hat errechnet, dass über 180000 so genannte Bildungsausländer – also Ausländer, die kein deutsches Abitur haben – im Jahr 2004 an Deutschlands Hochschulen eingeschrieben waren. Das sind knapp neun Prozent aller Studierenden, und es sind 10,5 Prozent mehr als noch 2003. Damit ist Deutschland nach den USA und Großbritannien das drittwichtigste Gastgeberland.

Die meisten ausländischen Studierenden kommen für ein Erststudium nach Deutschland, doch immer mehr entscheiden sich für Aufbau- und Promotionsstudiengänge: Die Zahl der Bildungsausländer in Aufbaustudiengängen ist um rund 27 Prozent gestiegen, bei Promotionen um 9,2 Prozent. Diese Entwicklung begrüßt der DAAD. „Gerade gute Doktoranden sind für Spitzenforschung und Lehre wichtig“, sagt DAAD-Generalsekretär Christian Bode. In den USA dagegen nimmt seit drei Jahren die Zahl der ausländischen Promovierenden ab.

Die meisten Bildungsausländer an deutschen Unis kommen mit rund 47000 Studierenden aus Asien – und hier ist mit knapp 17 Prozent auch der Zuwachs am größten. Bei den ausländischen Absolventen liegen allerdings die Europäer vorne. Sie stellten im Jahr 2004 mit 6300 Absolventen die größte Zahl.

Nach Erfahrung des DAAD beeinflussen verschiedene Faktoren die Entscheidung für ein bestimmtes Zielland. Neben der Qualität der Lehre zählen hierzu unter anderem auch die Kosten der Ausbildung. Ist Deutschland also vor allem als Billig-Studienland attraktiv? „Ganz klar nein“, sagt Thomas Prahl, Leiter der DAAD-Außenstelle in Moskau. In Russland sehe man das eher andersherum: „Was nichts kostet, kann auch nicht gut sein.“ Die deutschen Unis aber hätten in Russland traditionell einen guten Ruf. Ähnlich in Polen: „Hier macht sich der jahrelange Austausch zwischen Deutschland und Polen bezahlt“, sagt Peter Hiller, der den DAAD in Warschau vertritt. Viele Professoren und Uni-Rektoren hätten in Deutschland studiert, jetzt empfehlen sie ihren Studenten deutsche Hochschulen.

In Indien kommt Deutschland bei Auslandsstudien zwar erst an vierter Stelle, sagt der DAAD-Vertreter in Neu Delhi, Ulrich Podewils, doch die Zahlen hätten sich verfünffacht. Dazu hat vor allem eine Neuerung in Deutschland beigetragen: Die wachsende Zahl der englischsprachigen Master-Studiengänge.

Die zunehmende Internationalität der deutschen Hochschullandschaft bewertet der DAAD als Chance für Deutschland. Gleichzeitig warnt Generalsekretär Bode allerdings vor einem Studienplatzmangel. Wenn die Zahl der ausländischen Studierenden in Deutschland weiter steige, die Zahl der Studienplätze allerdings auf Grund mangelnder Finanzen stagniere, könnte es zu einem rasanten Ansteigen der NCs kommen. „Dann droht eine Diskussion, ob wir Ausländer an den Hochschulen überhaupt brauchen und ob deutsche Studenten nicht Vorrang haben sollten.“ Seinen Lösungsvorschlag für das Problem wird er allerdings nicht so leicht durchsetzen können: „Es geht nicht mehr ohne Studiengebühren, wenn das Angebot ausgebaut werden soll.“

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