Gesundheit : Hochschul-Kliniken: Berlin bremst Ausbau der Medizin

Berlin bremst den Ausbau und die Erneuerung seiner Hochschul-Kliniken. Baden-Württemberg und Bayern wollen ihre Medizin dagegen deutlich ausbauen. Dies zeigt sich in den Bauprojekten, die die Länder für die öffentliche Förderung in den Jahren 2002 bis 2006 beim Wissenschaftsrat angemeldet haben. So hat Baden-Württemberg seine Investitionen mehr als verdoppelt, von 439 Millionen auf eine Milliarde Mark. Bayern will sogar fünfmal soviel aufwenden wie bisher. Berlin hat dagegen seine Anmeldungen auf 19 Millionen Mark halbiert. "Natürlich setzen die Länder so auch politische Schwerpunkte", sagte der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Karl Max Einhäupl, am Dienstag bei der Vorstellung der Ergebnisse.

Unter den gebilligten Projekten ist die Planung für ein neues Protonen-Therapie-Zentrum am Klinikum Benjamin-Franklin. Dafür wurden drei Millionen Mark vorgesehen. Dieses innovative Projekt der Krebstherapie planen mehrere Länder gemeinsam. Baden-Württemberg kann bereits bauen und hat für sein Therapiezentrum in Heidelberg 142 Millionen Mark angemeldet. Einhäupl sprach sich bei der Pressekonferenz dafür aus, künftig Pharmazeuten verstärkt an der Fachhochschule auszubilden. Der Arbeitsmarkt für an der Universität ausgebildete Pharmazeuten sei begrenzt. An der Universität sollte vorwiegend für die Forschung ausgebildet werden. Der Wissenschaftsrat sieht durch neu geschaffene Studienplätze an den Hochschulen inzwischen insgesamt eine deutliche Entlastung.

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