Gesundheit : Humboldt-Universität: Erstmalig Ausstellung der Kunstschätze im Gropius-Bau geplant

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Die Humboldt-Universität will zahlreiche Objekte ihrer weit verstreuten Sammlungen erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. Die Ausstellung mit dem Titel "Theatrum Naturae et Artis - Wunderkammern des Wissens" soll im Anschluss an die "Sieben Hügel"-Ausstellung im Dezember im Martin-Gropius-Bau gezeigt werden. Erste genaue Pläne stellten gestern die HU-Ausstellungsmacher Horst Bredekamp und Jochen Brüning sowie Ulrich Eckhardt von den mitveranstaltenden Berliner Festspielen vor.

"Die Ausstellung soll deutlich machen, dass die Universität ein Ganzes ist. Sie ist ein universales Unternehmen", betonte Mathematik-Professor Jochen Brüning. Die aus über 25 Millionen Objekten ausgewählten Exponate sollen nicht nur den Reichtum der HU-Sammlungen repräsentieren, sondern zugleich das Zusammenspiel von Kultur- und Naturwissenschaften betonen. Die Exponate stammen aus so unterschiedlichen Sammlungen wie dem Museum für Naturkunde, dem Botanischen Museum, dem Medizinhistorischen Museum oder dem Winckelmann-Insitut für klassische Archäologie. Mit der Ausstellung solle eine der "größten zusammenhängenden wissenschaftsgeschichtlichen Sammlungsensebles exemplarisch zusammengeführt werden". Passend dazu sei als Titel das Gründungsmotto für die spätere preußische Akademie der Wissenschaften gewählt worden, das der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz prägte. Die älteste der Sammlungen, die brandenburgisch-preußische Kunstkammer, wurde bereits im 16. Jahrhundert eingerichtet. Im 20. Jahrhundert erlitten die Sammlungen schwere Verluste und waren bisher der Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Der scheidende Intendant der Berliner Festspiele, Ulrich Eckhardt, wagte gar die Prophezeiung, dass die Ausstellung eine "epochale" sein werde. Sie werde Maßstäbe für Ausstellungskonzepte der Zukunft setzen. Er kündigte an, dass die Ausstellung, die ursprünglich ein Bestandteil der "Sieben Hügel" sein sollte, sich vom Konzept der umstrittenen Schau abwenden werde. Statt der Inszenierung stehe wieder das Objekt im Mittelpunkt. Wie genau das aussehen kann, blieb allerdings unklar. Zumindest der Lichthof des Martin-Gropius-Bau wird - anders als in vorangegangenen Ausstellungen - leer bleiben: Als "Ort des Diskurses" finden dort Vorträge, Diskussionen und Seminare statt, um den Bezug zwischen Forschung und Lehre zu wahren. Eckhardt versprach ausserdem "überwältigende Sensationen".

Einige davon waren bereits zu sehen. Das Skelett eines Kindes mit zwei Köpfen aus der medizinhistorischen Sammlung zum Beispiel, die Rudolf Virchow begründet hat. Oder eine so genannte Pechblende, die bei der Entdeckung des Urans 1789 verwendet wurde. Auch ein Seepferdchen ist zu bewundern, das im 19. Jahrhundert seinen Weg von Australien nach Berlin fand. Ein besonderes Schmankerl erwartet die Besucher im Eingangsbereich: Dort wird zur Begrüßung das Skelett des Lieblingspferdes von Friedrich dem Großen stehen.

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