Gesundheit : Im Kosmos Alexander von Humboldts

Michael Vrzal

Unzählige Städte in Nordamerika tragen seinen Namen, ebenso Berge, ein Meeresstrom, ja selbst ein Krater auf dem Mond. In seiner Heimatstadt Berlin soll Alexander von Humboldt nun ein Denkmal der besonderen Art gesetzt werden: das Humboldt-Forum, zu errichten in ungewisser Zukunft am Standort des Berliner Stadtschlosses. Das ist die Vision von Hans Magnus Enzensberger. Der Schriftsteller steht an der Spitze des „Humboldt-Projekts“, das sich fast 150 Jahre nach dem Tod des Naturforschers und Humanisten für eine Renaissance seines wissenschaftlichen Erbes einsetzt.

In der von Enzensberger mitbegründeten Anderen Bibliothek sind in Zusammenarbeit mit dem Eichborn-Verlag Veröffentlichungen wichtiger Werke Humboldts geplant, darunter der „Kosmos“, sein knapp 1000 Seiten umfassendes Lebenswerk. Das Warten auf den Erscheinungstermin am 15. September lässt sich am Computer überbrücken. Eine Internetseite informiert ab sofort über aktuelle Humboldt-Veranstaltungen und die wichtigsten Daten aus Leben und Werk des reisefreudigen Universalgelehrten.

Enzensberger und Mitherausgeber Franz Greno verstehen das Humboldt-Projekt als Bildungsauftrag. Jeder soll ihn auf seine Weise entdecken: Humboldt, den interdisziplinären Netzwerker, den global denkenden Nachwuchsförderer, den Diplomaten und unermüdlichen Forscher. Die Zuversicht in den Erfolg nehmen die Beteiligten aus der Vergangenheit. Schließlich strömte das Berliner Publikum einst zu Tausenden in Humboldts „Kosmos“-Lesungen. Humboldts Erfolg zu Lebzeiten lag neben der literarischen Qualität seiner Texte sicher auch am Wissenshunger der Bevölkerung. Da ist es nur konsequent, den Mann für das HumboldtProjekt werben zu lassen, der heute allabendlich die Volksbildung in Deutschland befördert. „Alexander von Humboldt – Europas erster Kosmonaut“, sagt: Günther Jauch.

Das Projekt im Internet:

www.humboldt-portal.de

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